Die Arbeitslosenquote in der EU beträgt über acht Prozent. Über drei Viertel der Unionsbürger sagen, dass die EU zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mehr Maßnahmen setzen solle. Das ergibt eine neue Eurobarometer-Umfrage, die vom Parlament in Auftrag gegeben wurde. Der Vorsitzende des Beschäftigungsausschusses Thomas Händel (GUE/NGL) aus Deutschland betont: „Europa muss gemeinsam mehr Anstrengungen für Investitionen und gute, nachhaltige Arbeit unternehmen.“

Im Mai 2016 hat die EU-Arbeitslosenquote mit 8,6 Prozent den niedrigsten Stand seit März 2009 erreicht. Die Jugendarbeitslosigkeit lag bei 18,6 Prozent. Die Statistiken fallen jedoch je nach Mitgliedstaat sehr unterschiedlich aus. So beträgt die Arbeitslosenrate in der Tschechischen Republik vier Prozent (im Mai 2016), in Griechenland jedoch 24,1 Prozent (im März 2016).

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit solle, an zweiter Stelle gleich nach der Terrorismusbekämpfung, zu den Top-Prioritäten der Europäischen Union zählen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage. 77 Prozent der EU-Bürger würden sich ein stärkeres Engagement der EU zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wünschen. 69 Prozent der Bürger halten die aktuellen Maßnahmen der EU in diesem Bereich für unzureichend.

Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist eine der Top-Prioritäten der Juncker-Kommission. Mithilfe der Wachstumsstrategie der Europäischen Union, der Strategie „Europa 2020“, möchte die EU ehrgeizige Ziele in den Bereichen Jugendmobilität, Innovation, Bildung und soziale Eingliederung umsetzen. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der von Armut und Ausgrenzung betroffenen Personen bis 2020 um mindestens 20 Millionen zu reduzieren.

Ein wichtiges Instrument der EU ist das Europäische Beschäftigungsnetz EURES. Dieses soll nun mit einer EU-weiten Datenbank mit Stellengesuchen und Lebensläufen ergänzt werden. Ziel ist, einen besseren Abgleich von Stellenangeboten und -gesuchen zu ermöglichen, um die Arbeitslosigkeit wirksamer zu bekämpfen. Die Überarbeitung des EURES-Netzwerks wurde von den EU-Abgeordneten im Februar gebilligt.

Die „Beschäftigungsinitiative für junge Menschen“ richtet sich an junge Menschen, die sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung befinden. Die Initiative unterstützt insbesondere die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen und Praktika, Stellenvermittlungen und Fortbildungsmaßnahmen. Der „Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung“ unterstützt Arbeitnehmer, die zum Beispiel durch die Schließung eines großen Unternehmens oder die Verlagerung einer Produktionsstätte außerhalb der EU ihren Arbeitsplatz verloren haben.