Als Breitmaulnashorn Izala aus dem königlichen Burgers‘  Zoo in der vergangenen Woche ein Junges zur Welt brachte, saßen Dutzende gespannt vor ihren Bildschirmen. Eine Webcam übertrug seit gut zwei Wochen Livebilder aus der Arnheimer Geburtbox. Izalas erster Nachwuchs war im Januar 2016 tot geboren worden, doch Nashorn-Baby Wiesje ist kerngesund.

Um die frischgebackene Mutter und ihr Junges zu schützen, dürfen vorerst keine Fotografen in das Gehege. Nur die Tierpfleger machten einige Fotoaufnahmen vom Mutter-Tochter-Gespann. In etwa vier Wochen werden Izala und Wiesje sich dann erstmals den Zoobesuchern zeigen. Dann macht das Junge auch Bekanntschaft mit den Giraffen, Zebras und Antilopen, die in der ostafrikanischen Savanne des Arnheimer Tierparks leben.

Das Mutter-Tochtergespann. Foto: Burgers’ Zoo

Erfolgreiche Nashornzucht

Im Burgers`Zoo wurden in den letzten 17 Jahren sieben Breitmaulnashörner geboren, darunter auch das tot geborene Junge von Izala. Es kommt bei dieser Tierart häufiger vor, dass die erste Trächtigkeit nicht erfolgreich verläuft, weil der Geburtskanal noch nicht weit genug und das Tier unerfahren ist. Im Jahresdurchschnitt kommen in allen europäischen Zoos zusammen 12 Breitmaulnashörner zur Welt. Im vergangenen Jahr sogar deutlich mehr:  2016 gab es 22 Geburten. Dies ist auf eine engere Zusammenarbeit der europäischen Tierparks zurückzuführen. Nashörner werden vermehrt untereinander ausgetauscht, um optimale Zuchtbedingungen zu schaffen.

Hormonelle Unterdrückung

Von den fünf Nashornarten, die heute noch auf der Erde leben, ist das Breitmaulnashorn das „geselligste“. Auch hier leben die Männchen, deren Territorium sich mit dem Lebensraum verschiedener erwachsener Weibchen überschneidet, hauptsächlich als Einzelgänger. Die Weibchen jedoch leben häufig in kleinen Gruppen, in denen die Tiere eng miteinander verwandt sind. Meist handelt es sich bei einer solchen Gruppe um einige erwachsene Weibchen mit ihren Jungen. In dieser Situation wird erfahrungsgemäß der Zyklus der rangniedrigeren Weibchen hormonell unterdrückt. Sobald ein solches Weibchen jedoch in ein anderes Umfeld kommt, reguliert sich für gewöhnlich sein Hormonzyklus, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Trächtigkeit steigt. Deshalb zog Izala 2013 aus Kolmarden, wo sie mit ihrer Mutter zusammengelebt hatte, in den Burgers’ Zoo um.