Das maritime Forschungsinstitut der Niederlande (MARIN) hat ein innovatives Konzept einer schwimmenden Insel vorgestellt. Die künstliche Insel besteht aus 87 großen schwimmenden Dreiecken, die flexibel miteinander verbunden sind. Zusammen bilden sie eine Insel, die in der Realität bis zu fünf Kilometer groß werden könnte.

So stellt sich MARIN die schwimmende Insel in der Computersimulation vor. Foto: MARIN

Olaf Waals, Projektmanager und Erfinder des Konzepts, erklärt die zugrunde liegende Idee: „In Zeiten von Meeresspiegelanstiegen, übervölkerten Städten und einer größer werdenden Anzahl von Aktivitäten auf dem Meer ist die Erhöhung von Deichen und das Aufschütten von Sand vielleicht nicht die effektivste Lösung. Schwimmende Häfen und Städte sind eine innovative Alternative, die an die maritime Tradition der Niederlande anschließt.“

Schwimmende Rieseninseln könnten laut MARIN künftig zu verschiedenen Zwecken genutzt werden. Beispielsweise zur Entwicklung, Anregung, Speicherung und zum Unterhalt nachhaltiger Energien auf dem Meer; zur Lagerung und zum Umschlag von Gütern in Küstennähe in Gebieten mit wenig Infrastruktur; zur Züchtung von Nahrungsmitteln wie Seetang und Fisch sowie zum Wohnen und Entspannen am Wasser. Wie MARIN weiter berichtet, sind diese Lösungen Teil der „Blauen Zukunft“, die besagt, dass Ozeane, die übrigens 70 Prozent der Erdoberfläche ausmachen, nachhaltig genutzt werden sollen.

Große technologische Herausforderungen

Die technologischen Herausforderungen sind groß: Wie entwickelt man solche schwimmenden Megakonstruktionen, die die auch bei Stürmen und Strömungen stark und sicher sind? Wie werden diese Systeme miteinander und mit dem Meeresboden verbunden? Wie groß sind die Bewegungen und welchen Effekt haben sie auf die Menschen auf der Insel? Wie werden der Verkehr und Transport organisiert? Doch es gibt auch ökologische Fragen: Wie wirkt sich eine solche große schwimmende Lebensgemeinschaft auf das Wasser rund um und unterhalb der Insel aus? Wie lässt sich ein Kreislaufsystem erstellen, dass Wasser, Energie, Rohstoffe und Abfall berücksichtigt?

Dazu führt MARIN Computersimulationen durch und hat einen Modellversuch in einem 40 mal 40 Meter großen Schwimmbecken gestartet, in dem die Insel Wind und Wellen ausgesetzt ist.