Seit einigen Monaten ist er a.D., und zum Vortrag in Kleve erschien er daher in Zivil. Das Thema indes, das Generalleutnant Mart de Kruif beim „Jour Fix“ des Niederländisch-Deutschen Businessclubs anschnitt, handelte von den militärischen Herausforderungen im neu geordneten Europa seit Ende des Kalten Krieges und seiner Rolle darin. Der 58-jährige niederländische Berufssoldat, der im Achterhoek zu Hause ist, war während seiner Laufbahn in verschiedenen Führungspositionen tätig, unter anderem als ISAF-Kommandant in Südafghanistan. Bis Anfang diesen Jahres war er Befehlshaber der niederländischen Landstreitkräfte, eine Position, die in der Bundeswehr der Inspekteur des Heeres innehat.

In seinem interessanten und zugleich launigen Vortrag vor Mitgliedern und Gästen des Niederländisch-Deutschen Businessclubs erzählte Mart de Kruif von den ersten behutsamen Annäherungen beider Länder nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den deutschen und niederländischen Streitkräften kam es dann seit dem Beitritt Deutschlands zur Nato. Aber die Verschmelzung zweier Armeehauptquartiere im August 1995 zum 1. Deutsch-Niederländischen Korps sei der Auftakt zu einem weiteren Schritt gewesen: von Zusammenarbeit zu Integration. Anhand einer Reihe von gemeinsamen Nato-Einsätzen in jüngerer Zeit erläuterte der Generalleutnant a.D., wie Deutsche und Niederländer heute in integrierten Einheiten Schulter an Schulter zusammenstehen und damit innerhalb der Nato Vorkämpfer auf diesem Gebiet sind.