1606 Kinder haben seit dem Jahr 1994 etwa 26.500 Bäume auf einer Waldfläche von 17 Fußballplätzen gepflanzt. Dies ist die eindrucksvolle Bilanz des Internationalen Baumpflanztags des Naturparks Schwalm-Nette und der niederländischen Gemeinde Roerdalen. Jährlich wechselnd auf niederländischer und deutscher Seite, leisten die Schülerinnen und Schüler unter dem Motto „Bäume kennen keine Grenzen“ so ihren Beitrag zu Ökologie und Umweltbewusstsein. Die 22. Auflage fand nun im Kreis Heinsberg statt, und zwar im Dalheimer Staatswald auf dem Gebiet zwischen Wegberg und Wassenberg.

„Es ist schön, dass wir zum 50. Geburtstag des Naturparks Schwalm-Nette mit dieser tollen Aktion hier sind“; sagt Dr. Ferdinand Schmitz. Der Vorsitzende der Verbandsversammlung des Naturparks Schwalm-Nette begrüßte diesmal wegen des Jubiläums besonders viele offizielle Vertreter, die die jungen Baumpflanzer nach Kräften unterstützten. Aufmunternde Worte gab es u.a. von den Bürgermeistern Manfred Winkens (Wassenberg), Michael Stock (Wegberg) und Monique de Boer-Beerta (Roerdalen) sowie von Joke Kersten vom niederländischen Nationalpark de Meinweg. Selbst zum Spaten griffen auch Andy Dritty, Geschäftsführer der euregio rhein-maas-nord, und Silke Weich, stellvertretende Geschäftsführerin des grenzüberzschreitenden Naturparks Maas-Schwalm-Nette. Weitere Mitglieder der Verbandsversammlung Schwalm-Nette fanden den Weg nach Dalheim, so Monika Mai und Anni Terporten aus dem Kreis Viersen.

Knapp 100 Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Am Burgberg aus Wassenberg mit Schulleiterin Jutta Mauczok sowie der niederländischen Basisschool De Hovenier aus Montfort/Roerdalen mit Directeur Ine Simons pflanzten 2500 Buchen in den Boden. „Eine Tafel und ein Erinnerungsbaum weisen Spaziergänger und Wanderer auf den tollen Einsatz der Schülerinnen und Schüler hin“, sagt Michael Puschmann, Geschäftsführer des Narturparks Schwalm-Nette.

20150327 Baumpflanztag I„Ein besseres Verständnis füreinander entwickeln
Die Schulklassen haben sich auf den Tag mit einem Baumbuch vorbereitet. Dort steht Wissenswertes über die Geschichte des Meinwegs, den Aufbau und die Bedeutung von Wald sowie das Pflanzen von Bäumen. „Durch das Auseinandersetzen mit der Geschichte der Grenzregion und die Begegnung der Schüler beider Länder wollen wir ein besseres Verständnis füreinander entwickeln“, so Karl-Wilhelm Kolb vom Naturpark Schwalm-Nette. Der Naturparklehrer ist Organisator des Baumpflanztags.

Unterstützt haben die Veranstalter viele fleißige Hände: Das Regionalforstamt Niederrhein und der Bauhof der Stadt Wassenberg unter Leitung des zuständigen Försters Eric Ludwig bereiteten das Pflanzgebiet vor. Die Forstverwaltung stellte auch die Buchenstecklinge und stiftete den Erinnerungsbaum. Der Betriebshof der Stadt Mönchengladbach fertigte die Erinnerungstafel. Das Instituut voor natuureducatie en duurzamheid Limburg und das Staatsbosbeheer Regio Zuid stellten einen Großteil der Pflanzhelfer. Die Jagdhornbläser des Hegerings Elmpt unter Leitung von Bernd van de Weyer lieferten das musikalische Rahmenprogramm. Die Sparkassen Krefeld / Kreis Viersen, Heinsberg und Mönchengladbach sowie der Versorger NEW und die West Energie und Verkehr GmbH unterstützen den Baumpflanztag als Sponsoren.

Bäume pflanzen hat Tradition
Die Tradition des Baumpflanztags kommt ursprünglich aus Nebraska (USA). Hier initiierte 1854 der Journalist und Verleger J. Sterling Morton Baumpflanzaktionen, um den fast baumlosen Bundesstaat zu bewalden. Nachdem sich die Bewegung in anderen amerikanischen Bundesstaaten etabliert hatte, breitete sie sich auf andere Kontinente aus.

Im Unterschied zum „Tag des Baumes“, der weltweit am 25. April begangen wird, feiert man im Naturpark Schwalm-Nette einen Monat früher. Grund ist der Brauch des „Boomfeestdags“. Dieser wird seit 1957 in den Niederlanden gefeiert. Ziel der niederländischen Pflanzaktionen an Schulen ist es, Kindern die Bedeutung von Bäumen zu vermitteln. So erhalten die Schüler am dritten Mittwoch im März Gelegenheit, Bäume zu pflanzen. Der März-Termin hat zudem einen weiteren Vorteil: In den niederrheinischen und niederländischen Breiten ist die Chance im März ungleich höher als im April, dass die jungen Bäume anwachsen.

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