„Große Wissenschaft“ trifft kleinste Teile: Auf der Präzisionsmesse („Precisiebeurs“) im niederländischen Veldhoven treffen die Aussteller und Besucher die Einkäufer wissenschaftlicher Mega-Projekte wie CERN, ITER, E-ELT und ESS. Auch Vertreter mehrerer OEMs, sogenannter Erstausrüster, gewähren Einblicke in ihre Vergabestrukturen. „Wir wollen unseren Gästen die Möglichkeit bieten, konkrete Gespräche mit potenziellen Kunden zu führen“, erklärt Messemanager Hans Houdijk vom Veranstalter Mikrocentrum aus Eindhoven. Die Aussteller sind Hersteller von Präzisionstechnik für die unterschiedlichsten Branchen. Begleitet wird die Messe, die am 18. Und 19. November 2015 im NH Conference Centre Koningshof stattfindet, von einem Fachkongress.

Gut 300 Aussteller haben sich für die Messe bereits angemeldet, darunter 25 aus Deutschland. Es handelt sich dabei um Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Bereichen wie Messtechnik und Mechatronik, Feinmechanik und Fotonik, Sensortechnologie und Systemengineering. Erwartet werden knapp 4.000 Besucher aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

Die Präzisionsmesse versteht sich als Branchenplattform. Deshalb steht vor allem das Netzwerken im Mittelpunkt – das Pflegen bestehender und das Knüpfen neuer Kontakte. Ein Highlight für die Teilnehmer ist der Besuch der Einkäufer wissenschaftlicher Großprojekte. Unter dem Titel „Big Science“ sind Vertreter der weltweit größten Forschungsprojekte in Veldhoven vor Ort und gestalten einen kompletten Tag Kongressprogramm. „Es handelt sich um Mega-Projekte, in die jedes Jahr Milliardensummen fließen. Das Geld wiederum wird in neue Anlagen und Komponenten investiert – attraktive Aufträge für die Industrie. Deshalb bringen wir die Einkäufer dieser Projekte mit unseren Ausstellern und Besuchern in Kontakt. Wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen, konkrete Geschäfte anzubahnen“, erklärt Houdijk.

ITER ist derzeit das größte Forschungsprojekt der Welt. Am französischen Kernforschungszentrum Cadarache entsteht ein gigantischer Fusionsreaktor. Mithilfe dieser Anlage soll erforscht werden, wie ein Kernfusionsreaktor Strom erzeugen kann.

Auf der Präzisionsmesse muss man bei vielen Gerätschaften ganz genau hinschauen. Foto: Microcentrum

Auf der Präzisionsmesse muss man bei vielen Gerätschaften ganz genau hinschauen. Foto: Microcentrum

CERN ist der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In einem riesigen unterirdischen Gelände bei Genf in der Schweiz werden die Bedingungen des Urknalls simuliert. ESS ist das weltweit größte Neutronen-Forschungsprojekt. 15 Staaten beteiligen sich an der Erforschung einer neuartigen Neutronenquelle, die auf die bisher übliche Kernspaltung verzichten kann. Die Anlage entsteht im schwedischen Lund. E-ELT steht für European Extremely Large Telescope und wird das größte Lichtteleskop der Welt. Es soll im kommenden Jahrzehnt in Chile den Betrieb aufnehmen. Alle vier Projekte benötigen große Mengen an Produkten und Dienstleistungen aus der Präzisionstechnik.

Das zweite Kontaktangebot der Präzisionsmesse ist der OEM-Platz: Hier gewähren drei Unternehmen Einblicke in ihre Zulieferketten. Sie zeigen vor allem, wie und in welchem Umfang sie Aufträge vergeben – teilweise komplette Module. Im vergangenen Jahr haben ASML, Solaytec und Roth & Rau ihre Arbeitsweisen vorgestellt. Die Veranstalter verhandeln derzeit mit mehreren Unternehmen, die dieses Jahr infrage kommen.

Weitere Netzwerkmöglichkeiten bilden der Messebereich Meet & Match, in dem Unternehmen Ideen und Erfahrungen austauschen können, sowie ein exklusives Dinner für Aussteller und geladene Gäste. Eingebettet ist das Programm in eine zweitägige Fachkonferenz. Renommierte Referenten beleuchten unterschiedliche Aspekte der Präzisionstechnik, stellen neue Technologien und Produkte vor oder diskutieren Best Practice-Beispiele.

Der Besuch der Messe ist kostenfrei. Anmeldung über die Webseitewww.praezisionsmesse.de wird aus organisatorischen Gründen erbeten. Wer die Messe spontan besuchen möchte, erhält ebenfalls kostenfreien Eintritt.

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