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Eindhoven erprobt Produktionslinie für Chips, die mit Licht arbeiten

Eindhoven wird seinem Ruf wieder mal gerecht: Auf dem High Tech Campus der niederländischen Stadt arbeitet die Forschungsorganisation TNO daran, in gut einem Jahr eine Fabrik für innovative Computerchips zu errichten. Eingerichtet wird dort eine Produktionslinie für die Erforschung von Chips, die mit Licht statt mit Strom arbeiten. Ziel ist es, diese innovativen Chips kostengünstiger zu machen. Das berichtet die NOS.

Energieeffizient und leistungsstark

Computerchips, die mit Licht statt mit Strom arbeiten, werden als photonische Chips bezeichnet. Der Vorteil von Licht ist, dass man damit Informationen viel schneller erzeugen, übertragen und speichern kann als über einen Draht mit Strom, so ein TNO-Sprecher gegenüber dem Sender NOS. Diese Technologie ermöglicht extrem schnelle, energieeffiziente und leistungsfähige Systeme, insbesondere in der Datenverarbeitung, Sensorik und KI, da Photonen schneller sind und weniger Wärme erzeugen. Das funktioniert wie beim Internet mit Glasfaser. Glasfaser funktioniert ebenfalls mit Licht statt mit Strom. Deshalb ist das Internet über Glasfaser viel schneller als über Kupfernetze.

Computerchips werden auf runden Scheiben aus einem speziellen Material hergestellt. Diese Scheiben werden Wafer genannt. Photonische Chips werden derzeit auf Wafern mit einem Durchmesser von umgerechnet etwas mehr als zehn Zentimetern hergestellt. In der Industrie wird in englischen Zoll gemessen. Es handelt sich um 4-Zoll-Wafer. Die offizielle Eröffnung des Gebäudes soll im Mai 2027 stattfinden. TNO hofft, dass die Fabrik im Jahr darauf voll in Betrieb sein wird. Dann sollen zehn Millionen photonische Chips pro Jahr hergestellt werden.

Billiger und damit wettbewerbsfähiger

TNO möchte in der neuen Fabrik untersuchen, ob photonische Chips auch auf 6-Zoll-Wafern produziert werden können. Mit einer solch großen Scheibe können laut TNO doppelt so viele Chips gefertigt werden. „Auf diese Weise können auf einer Fertigungslinie viel mehr Chips hergestellt werden“, so ein TNO-Sprecher. „Dann sind sie billiger, und das ist wichtig, um mit Chip-Unternehmen in den USA, China und Taiwan konkurrieren zu können.“