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Niederländische Zentralbank ruft dazu auf, für den Notfall Bargeld vorzuhalten

Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen fordert die niederländische Zentralbank (Nederlandsche Bank, DNB) Verbraucher dazu auf, ihren Zahlungsverkehr widerstandsfähiger und unabhängiger zu gestalten. So sollen sie häufiger wieder bar bezahlen können, es sollen mehr Geldautomaten aufgestellt werden und es muss ein besserer Schutz vor Cyberangriffen geschaffen werden. Die Zentralbank warnt vor den möglichen Auswirkungen der Lage in den aktuellen Kriegsgebieten und stellt fest, dass die Risiken bei Zahlungen zunehmen, beispielsweise durch mögliche Cyberangriffe. Außerdem seien die Niederlande noch zu oft von nicht-europäischen Technologieunternehmen abhängig, wie BNR Nieuwsradio berichtet.

Bargeld muss verfügbar bleiben

Laut DNB ist es ratsam, wenn Haushalte genügend Bargeld im Haus haben, um im Notfall einen Zeitraum von 72 Stunden überbrücken zu können. Genau deshalb sei auch der dauerhafte Zugang zu Bargeld wichtig. Das digitale Bezahlen hat in den letzten zehn Jahren rasant zugenommen: In den Niederlanden werden nur noch 20 Prozent der Zahlungen bar getätigt. Untersuchungen zeigen indes, dass eineinhalb bis zwei Millionen Niederländer Bargeld deutlich bevorzugen. Sie kommen zum Beispiel nicht gut mit dem Computer zurecht, mögen kein digitales Banking oder legen Wert auf einen Überblick über ihren Geldbeutel. Bargeld muss daher laut DNB verfügbar bleiben.

Außerdem sei es klug, Zahlungskonten bei verschiedenen Banken zu führen, meint die DNB. Fällt eine Bank vorübergehend aus, könne man sich an eine andere Bank wenden. Darüber hinaus müsse die Technik hinter den Zahlungsvorgängen störungsresistent sein. Daher müsse ein guter Schutz vor Cyberangriffen geschaffen werden. Außerdem arbeite die DNB mit Banken zusammen, um landesweit mehr Geldautomaten aufzustellen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Aber Fakt bleibt: Ohne Bargeld kann man wenig ausrichten, wenn etwa der Strom ausfällt. „Schauen Sie sich Ihre finanziellen Mittel an, sowohl in bar als auch digital“, sagt Inge van Dijk, Leiterin des Bereichs Zahlungsverkehr bei der DNB. „Das beginnt damit, dass Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, was bereits vorhanden ist, zum Beispiel bei Mitbewohnern. Sie müssen nicht sofort ein Konto bei einer anderen Bank eröffnen. Es geht darum, dass Sie wissen, was Sie tun können, wenn es zu einem Stromausfall oder einem Cyberangriff kommt. Es ist eine Frage der Vorbereitung.“