Paula Hartmann ist eine Masterstudentin im Fach International Business Communication an der Radboud Universität in Nijmegen. Zurzeit ist sie als Praktikantin im INTERREG-Projekt „Nachbarsprache & buurcultuur“ tätig, um einen Kommunikationsbericht zur Erweiterung des Projektes zu formulieren. In ihrem Blogbeitrag beschreibt sie einen Schüleraustausch einer deutschen und einer niederländischen Schule.

Paula Hartmann

Der Schüleraustausch zwischen deutschen Schülern des Maximilian-Kolbe Gymnasiums in Wegberg und niederländischen Schülern des Hendrik Pierson Colleges in Zetten war mein erster Austausch, den ich als Praktikantin im INTERREG-Projekt „Nachbarsprache & buurcultuur“ begleitet habe. Sobald wir im Klassenraum des Maximilian-Kolbe Gymnasiums eintrafen, hat mich die Neugier und Offenheit der Schüler beeindruckt. Ich hatte nicht erwartet, dass die Schüler (ohne Ausnahme) bei einem ersten Treffen direkt so offen und schamlos aufeinander zugehen würden. Die Atmosphäre war sehr locker und die Schüler sehr gesprächig, als wir eintrafen. Man konnte spüren, wie die Vorfreude auf diesen Tag jetzt endlich freien Lauf gefunden hatte.

Um die (allerdings schon sehr angenehme) Stimmung etwas aufzulockern, wurde der Tag mit ein paar leichten Kennenlernspielen eingeläutet. Jeder Schüler schrieb seine Hobbies und Interessen auf einen kleinen Zettel, der dann beliebig wieder auf die Schüler verteilt wurde. Somit stellte jeder Schüler die Interessen eines anderen Schülers der ganzen Klasse vor. Hier und da gab es ein paar Sprachbarrieren, aber jeder ging sehr positiv und hilfsbereit miteinander um. Ich kann mich an kein einziges Mal erinnern, wo jemand für seine Aussprache oder Unsicherheit schräg angeguckt wurde.

Um als Gruppe zu gewinnen, war es erforderlich, viel miteinander zu kommunizieren. Foto: INTERREG-Projekt Nachbarsprache & buurcultuur

Weiter ging es mit einem kleinen Sportprogramm, zu dem die 18-köpfige Gruppe in vier Gruppen unterteilt wurde. Es war die Aufgabe, einen Holzklotz soweit wie möglich von den Schülern entfernt aufzustellen. Die Schwierigkeit war allerdings, dass die Schüler nicht die Linie, die direkt vor der Gruppe auf dem Boden markiert war, überschreiten durften (s. Bild links).

Nach einer kleinen Mittagspause wurde das Thema DDR aufgrund des 30-jähigen Jubiläums des Mauerfalls besprochen. Anja Fricke, eine Zeitzeugin, die in der DDR aufgewachsen ist, besuchte die Schüler, berichtete aus ihrer Kindheit und gab eine kleine Schnupperstunde in den Schulalltag der DDR. Aufgrund ihrer sehr spannenden und strengen Art und Weise zu berichten und unterrichten, waren viele Schüler sehr angetan vom Thema.

Am Ende des Schultages machten sich die niederländischen Schüler wieder auf den Weg nach Hause. Da die Gespräche noch in vollem Gange waren und das Interesse aneinander noch bestand, haben manche Schüler ihre Handynummern ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben, bevor man sich dann im Dezember wiedersieht.

X