Seit dem 1. Januar sind Leeuwarden (Niederlande) und Valletta (Malta) ein Jahr lang die Kulturhauptstädte Europas. EU-Kommissar Tibor Navracsics, zuständig für Bildung und Kultur, erklärte: „Durch das Projekt ‚Europäische Kulturhauptstadt‘ werden Menschen über die Kultur einander nähergebracht, was langfristige Vorteile für die jeweiligen Städte, ihre Bürger und die Wirtschaft vor Ort mit sich bringt. 2018 ist ein besonderes Jahr, da es das Europäische Jahr des Kulturerbes ist und beide Städte zahlreiche Projekte zur Förderung des Kulturerbes in ihr Programm aufgenommen haben. Damit tragen sie dazu bei, die Rolle der Kultur für den Aufbau einer europäischen Identität hervorzuheben. Ich wünsche Leeuwarden und Valletta viel Erfolg für das kommende Jahr.“

In Leeuwarden beginnen die Festlichkeiten am 26. und 27. Januar. Überall in der Stadt sind künstlerische Installationen und Darbietungen von professionellen und Amateurkünstlern vorgesehen und in der ganzen Region Friesland öffnen Museen ihre Türen für Besucher. Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der Europäischen Kommission, nimmt an der offiziellen Auftaktveranstaltung am 27. Januar teil.

Was wird geboten?

Mit dem Konzept iepen minskip (offene Gemeinschaft) als Herzstück des Programms zielt Leeuwarden darauf ab, lokale Gemeinschaften in der Region Friesland und in Europa zu stärken und einander näher zu bringen. Im Rahmen dieses Programms werden mehr als 800 Projekte in den Bereichen Musik, Theater, Landschaftskunst, Oper und Sport organisiert, die das ganze Jahr über stattfinden. Eine Ausstellung des niederländischen Grafikers M.C. Escher, eine Oper über Mata Hari, eine Veranstaltung mit friesischen Pferdezüchtern, Breitensport-Projekte wie „Europäischer Sport für alle“ sind nur einige Beispiele der zahlreichen Projekte, die dazu beitragen werden, das Bewusstsein und das Verständnis für kulturelle Unterschiede zu stärken.

Hintergrundinformationen

Das Projekt „Kulturhauptstadt Europas“ wurde von der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri im Jahr 1985 ins Leben gerufen und entwickelte sich zu einem der renommiertesten Kulturprojekte in Europa. Die Städte werden auf der Grundlage eines Kulturprogramms ausgewählt, das eine deutliche europäische Dimension aufweist, die Mitwirkung und aktive Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger der Stadt fördert und zur langfristigen Entwicklung der Stadt und ihrer Region beiträgt.

Darüber hinaus bietet das Projekt den Städten eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich ein neues Image zu geben, sich auf der Weltkarte zu positionieren, mehr Touristen anzuziehen und über die eigene Entwicklung mithilfe der Kultur nachzudenken. Kulturhauptstadt Europas zu sein hat eine langfristige Wirkung, nicht nur kulturell, sondern auch sozial und wirtschaftlich, und zwar sowohl für die Städte selbst als auch für das Umland.