Niederländischer Wirtschaftseinbruch weniger stark als erwartet

Niederländischer Wirtschaftseinbruch weniger stark als erwartet

Laut einer neuen Prognose des Centraal Planbureau (CPB) wird die niederländische Wirtschaftsleistung 2020 um 5 Prozent abnehmen. Dies ist weniger als zu Beginn der Corona Krise angenommen, wo die Schätzungen noch bei 7 Prozent lagen. Nichtsdestotrotz ist dies ein harter Schlag für die niederländische Wirtschaft. Dies ist der stärkste Wirtschaftseinbruch seit dem Krieg. Erst 2021 soll sich die Wirtschaft langsam wieder erholen.

Die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft wird auch weiterhin maßgeblich von der Entwicklung der Corona-Krise beeinflusst werden. Ein zweiter Lockdown könnte verheerende Folgen haben. Dann würde sich der Wirtschaftseinbruch wahrscheinlich auch im Jahr 2021 fortsetzen.

Vier Szenarien des CPB

Insgesamt hat das CPB vier Szenarien bezüglich der Entwicklung der Wirtschaft in den Niederlanden erstellt. Mit diesen Szenarien soll der Einfluss des Coronavirus auf die niederländische Wirtschaft in den Jahren 2020 und 2021 geschätzt werden. Da die Entwicklung der Corona-Krise und die Maßnahmen der Regierung jedoch schwer zu prognostizieren sei, äußert sich das CPB nicht zu der jeweiligen Wahrscheinlichkeit der Szenarien. Dies meldete auch die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK).

Szenario 1: 3 Monate Corona-Maßnahmen

Im ersten Szenario werden die Corona-Maßnahmen nach drei Monaten aufgehoben. Dadurch kann die Wirtschaft sich nach einer Rezession bereits ab Ende 2020 erholen. Während die Wirtschaft 2020 um 1,2 Prozent schrumpf, würde sie 2020 um 3,5 Prozent wachsen. Durch Corona-Hilfen seitens des Staates soll zudem die Anzahl der Kündigungen beschränkt werden. Für das Jahr 2021 wird in diesem Szenario eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent erwartet. Durch die schnelle Erholung der Wirtschaft könnten die Staatschulden ungefähr auf dem gleichen Niveau bei rund 50 Prozent bleiben.

Szenario 2: 6 Monate Corona-Maßnahmen

Ausganspunkt ist ein halbes Jahr mit Corona-Maßnahmen. In diesem Szenario wird nicht nur die niederländische Wirtschaft härter getroffen, sondern auch der Welthandel ist stärker vom Wirtschaftseinbruch betroffen. Dies hätte zur Folge, dass die niederländische Wirtschaft um 5 Prozent in 2020 einbricht. Erst 2021 würde es wieder einen Aufschwung der Wirtschaft und ein Wachstum um 3,8 Prozent geben. Diese Entwicklung äußert sich auch in einer Arbeitslosenrate von 5,3 Prozent sowie einem Anstieg der Staatsschulden um 5-6 Prozent.

Szenario 3: 6 Monate Corona-Maßnahmen

Auch in diesem Szenario ist der Ausgangspunkt ein halbes Jahr Corona-Maßnahmen. Jedoch werden in diesem Szenario der Einfluss von größeren Problemen in der Weltwirtschaft und der Finanzsysteme miteinbezogen. Diese führen im Szenario zu einer längeren und tieferen Rezession, welche sich in einer Abnahme der Wirtschaft um 7,7 Prozent in 2020 äußert. In Folge dieser Rezession würden die Entlassungen zunehmen, sodass die Arbeitslosigkeit in 2021 bei 8,4 Prozent liegen würde. Laut den Vorhersagen wird sich die Wirtschaft 2021 zudem langsamer erholen. Für 2021 ist ein Wachstum um 2 Prozent prognostiziert. Im Zuge dessen könnten die Staatsschulden auf über 60 Prozent wachsen.

Szenario 4: 12 Monate Corona-Maßnahmen

Mit zwölf Monaten ist der Zeitraum der Corona-Maßnahmen in diesem Szenario am längsten. Dies äußert sich auch in einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 7,3 Prozent in 2020 und 2,7 Prozent in 2021. Durch eine anderthalb Jahre lange Rezession könnten die Arbeitslosenquote zudem auf 9,4 Prozent ansteigen. Die Staatsschulden könnten zudem bis auf 73,6 Prozent im Jahre 2021 steigen.

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