In den Niederlanden wollen unter anderem Großunternehmen wie die NS, Philips und Dura Vermeer verstärkt das Potenzial hochqualifizierter Flüchtlinge nutzen. Die UAF, eine Stiftung für geflüchtete Studenten, erwartet 2016 rund 2.000 Anfragen Studierender nach Unterstützung während ihres Studiums oder beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. In den Vorjahren lag dieser Wert zwischen 500 und 600.

Auf ihren Informationsveranstaltungen verzeichnet die UAF einem deutlich stärkeren Zulauf von Unternehmen, die ein Auge auf diese Bewerber geworfen haben. Nicht allein aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus, sondern auch, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, wie UAF-Direktorin Mardjan Seighali unterstreicht.

Fest steht, dass das Thema in der Niederlanden auf der Agenda steht. Auch weil einzelne Initiativen wie beispielsweise von Dura Vermeer richtungsweisend waren. Bereits 2015 hatte das Unternehmen Praktika und Stellen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt, um sie in den Arbeitsalltag hinein schnuppern zu lassen. Mit dem Ergebnis, dass nun auch andere Unternehmen und Organisationen nachziehen. Die UAF selbst bekam Anfang des Jahres 1,5 Millionen Euro von der nationalen Lotteriegesellschaft für ihre Integrationsarbeit zur Verfügung gestellt. Die bleibt erforderlich, da in den Heimatländern erworbene Abschlüsse häufig in den Niederlanden nicht anerkannt werden und/oder erforderliche Sprachkenntnisse fehlen. Flüchtlinge müssen sich entsprechend weiterbilden. Zum Beispiel bei der Hochschule Utrecht, die aktuell speziell für geflüchtete Studenten mit einem ICT-Hintergrund eine sechsmonatige Pre-Bachelor-Qualifizierung ins Leben gerufen hat.

Quelle: ANP

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