Verbraucher in den Niederlanden werden sich wohl oder übel an stark schwankende Preise für Kaffee, Milchprodukte und Fleisch gewöhnen müssen. Stabile Preise im Supermarkt dürften in Zukunft immer weniger selbstverständlich sein, lautet die Prognose des Verbandes der niederländischen Lebensmittelindustrie (FNLI). Das berichtet die Nachrichtenplattform RTL Z.
Klimawandel und Kriegsfolgen
Stark schwankende Rohstoffpreise werden nach Dafürhalten des FNLI in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle bei der Preisgestaltung für den täglichen Einkauf spielen. Produkte, die von internationalen Märkten abhängig sind, wie Kaffee und Kakao, sind dabei am anfälligsten. Dies ist laut der Organisation zum Teil auf den Klimawandel zurückzuführen, der sich auf die Ernten auswirkt. Darüber hinaus sorgen geopolitische Spannungen und logistische Herausforderungen für unvorhersehbare Transportkosten. Getreide, die Grundlage für Brot, Nudeln und Frühstücksprodukte, ist laut FNLI ebenfalls anfällig für diese Schwankungen. So war die Ukraine früher ein großer Getreidelieferant. Nach dem Einmarsch Russlands in das Land kam es jedoch zu Unsicherheiten hinsichtlich dieser Lieferungen, und die Getreidepreise schossen in die Höhe.
Auch innenpolitische Entwicklungen haben laut FNLI Einfluss auf die Preisschwankungen. Die niederländische Zentralorganisation für den Fleischsektor (COV) gab unlängst bekannt, dass der Preis für Rindfleisch im nächsten Jahr steigen wird. Aufgrund der Diskussionen über Stickstoff und Auskaufregelungen gäben immer mehr Landwirte ihre Tätigkeit auf, wodurch das Angebot schrumpfe.
Unternehmen geben gestiegene Kosten weiter
Die vom Verband der Lebensmittelindustrie angesprochenen Preisschwankungen betreffen sowohl Preissenkungen als auch Preiserhöhungen. Laut FNLI tendierten die Preise in letzter Zeit vor allem nach oben. Dennoch gab es auch Preise, die nach einem Höchststand wieder nach unten gingen, beispielsweise bei Milchprodukten. Aber subjektiv fielen Preissenkungen nun mal weniger auf.
Der russische Einmarsch in der Ukraine hat die Preisschwankungen im Supermarkt in hohem Maße dynamisiert. Der Krieg hat zu einer erheblichen Störung in der Lieferkette geführt, beispielsweise bei Rohstoffen, Arbeitskräften und Transporten. Und auch wenn dies für die Verbraucher weit entfernt zu sein scheint, geben Unternehmen die steigenden Kosten für solche Dinge in der Regel weiter, was wiederum zu höheren Preisen im Supermarkt führen kann.
