In Kleve ist die Deutsch-Niederländische Steuerliche Vereinigung gegründet worden. Im Interview mit AHA24x7.com erläutern Geschäftsführer Jan Hartmann und der Vorsitzende Günter Heenen die Ziele der neuen Organisation.

AHA: Was ist die Motivation für die Gründung der Vereinigung?
Jan Hartmann: Wir wollen eine Plattform bilden, auf der sich Berufskollegen treffen und austauschen können. Zudem wollen wir die Wahrnehmbarkeit der Mitglieder stärken.
Günter Heenen: Als grenzüberschreitend tätige Steuerberater sehen wir unsere Kanzleien nicht als „closed Shop“. Gemeinsam können wir nur besser werden. So muss nicht mehr jeder von uns jedes Detail selber herausfinden, sondern können wir untereinander Informationen austauschen.

AHA: Ist das nicht kritisch, da Sie ja eigentlich auch im Wettbewerb untereinander stehen?
JH: Nein, wir sehen uns nicht als Konkurrenten. Der Markt ist groß genug, so dass wir zusammen eher stärker werden.
GH: Genau, wir denken nicht in solchen Kategorien. Es geht darum, dass wir respektvoll miteinander umgehen und einander vertrauen. Auf dieser Basis können wir alle von der engen Zusammenarbeit profitieren.

AHA: Apropos Zusammenarbeit: Wie kann die Kooperation konkret aussehen?
GH: Ein Thema ist beispielsweise die Ausbildung. So können wir es unseren Auszubildenden ermöglichen, für eine gewisse Zeit bei den Kollegen „herein zu schnuppern“.
JH: Ein anderer Bereich ist der Sprachunterricht. Hier können wir unsere Mitarbeiter gemeinsam schulen lassen.

 

„Wichtig ist, dass wir uns an Personen richten und nicht an Kanzleien.“

 

AHA: Wollen Sie auch selbst Fortbildungen anbieten?
JH: Ja, das wird einer unserer Schwerpunkte. Zunächst wollen wir interne Schulungen anbieten, im zweiten Schritt auch öffentliche Seminare.

AHA: Was sind typische Themen, die grenzüberschreitend tätige Steuerberater derzeit beschäftigen?
GH: Ab Januar gilt ein neues Doppelbesteuerungsabkommen, das einige Änderungen mit sich führt. Ähnliches gilt für die Verpflichtung, Bilanzen digital zu verarbeiten und weiterzuleiten. Dazu kommen Dauerthemen wie Verrechnungspreise und Umsatzsteuerfragen.

AHA: Wer kann Mitglied werden?
JH: Alle Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Steuerfachanwälte, die im deutsch-niederländischen Bereich tätig sind. Wichtig ist, dass wir uns an Personen richten und nicht an Kanzleien.

AHA: Der Anfang ist gemacht. Wie geht’s jetzt weiter?
JH: Jetzt geht es einerseits darum, Kommunikationskanäle zu entwickeln, andererseits, bekannter zu werden. Mitte September ist die erste Mitgliederveranstaltung vorgesehen. Wir werden uns bei einem der Mitglieder für eine Fortbildung treffen.

AHA: Wo wollen Sie mit der Vereinigung in fünf Jahren stehen?
GH: Wir wollen eine Vereinigung von Mitgliedern sein, die sich aktiv einbringen. Es geht uns nicht darum, so viele Mitglieder wie möglich zu akquirieren, sondern ein Netzwerk engagierter Fachleute aufzubauen. Inhaltlich wollen wir die Entwicklungen im deutsch-niederländischen steuerlichen Kontext verfolgen und uns so zu einem entsprechenden Kompetenzcenter entwickeln.

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