„Die Raumfahrt ist näher, als man denkt“, stellte Jaap Smit, Kommissar des Könings in der niederländischen Provinz Südholland im Rahmen der Veranstaltung „Space Continuum“ fest. „Südholland ist neben Toulouse und Bremen einer der wichtigsten Weltraumcluster in Europa, das wir pflegen und aufblühen lassen müssen.“ Jeroen Rotteveel, Präsident des Branchenverbandes der niederländischen Raumfahrt SpaceNed ergänzt: „Wir haben alles, was wir brauchen, um die Vorteile der neuen Wirtschaft in der internationalen Raumfahrt zu nutzen.“ Gleichzeitig appelliert er an die niederländische Politik, die niederländischen Investitionen in die ESA-Programme auf mindestens 200 Millionen Euro zu erhöhen. Möglicherweise ergeben sich in diesem Zusammenhang auch für deutsche Unternehmen interessante Chancen.

Während der Veranstaltung „Space Continuum“ kam auf Einladung von SpaceNed und der Provinz Südholland die niederländische Raumfahrtbranche zusammen. Im Nieuwspoort in Den Haag trafen sich Unternehmer, Vertreter von Wissensinstitutionen, politische Entscheidungsträger sowie nationale und regionale Politiker und Verwaltungsvertreter. Sie diskutierten den Nutzen und die Notwendigkeit der Raumfahrt, der Technologie sowie der Daten und Signale, mit denen Satelliten unsere Kommunikation sicherstellen, die Erde und die Atmosphäre überwachen und dass wir Ort und Zeit überall auf der Erde bestimmen können.

Strategische Infrastruktur

In Diskussionen an verschiedenen Tischen wurde die Bedeutung der Infrastruktur hervorgehoben. Für viele wirtschaftliche Aktivitäten auf der Erde sowie für soziale Herausforderungen, z.B. im Bereich der Klima- und Ernährungssicherheit. Auch die strategische Notwendigkeit einer autonomen europäischen Weltrauminfrastruktur und die Möglichkeit ihrer Einführung wurden diskutiert. Der Weltraum sei auch im Bereich Verteidigung und Sicherheit von wesentlicher Bedeutung. Die Wahrung unserer Sicherheit sei ohne Satellitenkommunikation, Ortung und Aufklärung aus dem Weltraum undenkbar.

Ein Appell an die Politik

Die Weltraumdebatte in der Tweede Kamer wurde von vielen Teilnehmern verfolgt. Die Koalitionsparteien hätten darauf hinwiesen, dass die Lücke zwischen dem verfügbaren Budget (131,5 Millionen Euro) und dem Volumen der erforderlichen Einschreibung von 200 Mio. € dringend geschlossen werden muss. Jeroen Rotteveel von SpaceNed betonte die kritische Situation für die niederländische Raumfahrt: „Im November, bei der ESA-Ministerkonferenz, müssen sich die Niederlande für die nächsten drei Jahre einschreiben. Das derzeitige Ausbleiben der Einschreibung bedeutet den Verlust niederländischer Positionen, den Verlust von Folgeaufträgen der Europäischen Kommission und den Verlust von Möglichkeiten für die Produktion von in den Niederlanden entwickelten Technologien.“ Eine Einschreibung über 200 Millionen Euro (eine Verdoppelung gegenüber der Einschreibung im Jahr 2016) sei für die niederländischen Positionen notwendig. Zumal andere ESA-Mitgliedstaaten in diesem Jahr voraussichtlich zwei bis Milliarden Euro mehr als 2016 investieren würden. Zusammen mit Jaap Smit appellierte er eindringlich an die anwesenden Parlamentsmitglieder, im Vorgriff auf die erwarteten zukünftigen Investitionen der Regierung in die künftige Wirtschaft eine Lösung für die dringliche Situation der Raumfahrt zu finden.

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