Die aktuelle Energiekrise als Folge des Krieges im Nahen Osten zwingt derzeit Unternehmen und nationale Regierungen dazu, Entscheidungen zu treffen, die zuvor nie dringend erschienen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor weiteren Verwerfungen durch globale Konflikte. Die Organisation ruft Regierungen und Bürger dazu auf, die Auswirkungen der starken Öl- und Gaspreissteigerungen so weit wie möglich zu begrenzen, solange der Krieg im Nahen Osten andauert. Das meldet die niederländische Nachrichtenplattform nu.nl.
Geschwindigkeitsbegrenzungen
Die Auswirkungen auf die Kraftstoffversorgung sind derzeit größer als während der Ölkrise von 1973, die zur Gründung der IEA führte. Als globale Energiebehörde tut die IEA nach eigenem Bekunden alles, um die Stabilität der Energiemärkte zu unterstützen. Deshalb habe die Organisation mögliche Maßnahmen aufgelistet, die Länder schnell umsetzen könnten.
eschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen zählen zu den Empfehlungen. Die IEA schlägt außerdem vor, die Nutzung privater Fahrzeuge unter mehreren Personen aufzuteilen, häufiger öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Flüge zu vermeiden, wenn es Alternativen gibt. Regierungen könnten darüber hinaus über ein System nachdenken, bei dem nicht alle Autos einer Stadt gleichzeitig auf die Straße dürfen.
„Alte Normalität“ kostet Geld und Energie
Darüber hinaus empfiehlt die IEA den Menschen beispielsweise, wo immer möglich von zu Hause aus zu arbeiten, um Kraftstoffkosten zu senken. Das tun gerade in den Niederlanden bereits viele Arbeitnehmer. Trotzdem sieht man auch dort immer wieder Büros voller brennender Lampen, den ganzen Tag laufende Lüftungsanlagen und Räume, die nur teilweise genutzt werden. Viele Bürogebäude weisen oftmals leere Räume und Schreibtische auf. Halbe Abteilungen arbeiten in den Niederlanden von zu Hause aus. Dennoch sind häufig die Systeme noch auf die „alte Normalität“ eingestellt, als ob immer alle anwesend wären. Diese Diskrepanz kostet Geld, Energie und Flexibilität.
Notreserven und alternative Kraftstoffe
Die 32 IEA-Mitglieder, darunter die Niederlande, haben jüngst gemeinsam über 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notreserven freigegeben. Das ist die größte Freigabe in der Geschichte der in Paris ansässigen Organisation. Die Maßnahme sollte den Markt beruhigen, doch aufgrund des anhaltenden Krieges im Nahen Osten ist dies noch nicht wirklich gelungen. Die Preise sind weiter stark gestiegen. Die Empfehlungen und skizzierten Optionen der IEA richten sich nicht nur an Regierungen und Bürger. Auch der Industrie kommt eine Rolle zu. In Ländern, in denen die Gasvorräte unter Druck stehen, könnten Fabriken möglicherweise von Gas auf alternative Kraftstoffe umstellen.
