Der Handel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist 2015 mit 4,4 Prozent gestiegen. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die heute publiziert wurden, hervor. Auffällig dabei ist, dass die Exporte von Deutschland in die Niederlande mit 9,3 Prozent bedeutend stärker zulegten als die Importe aus den Niederlanden nach Deutschland, die lediglich einen Zuwachs von 0,4 Prozent verzeichneten. Die Niederlande waren 2015 aufgrund dieser Zahlen im Gesamtumfang der drittgrößte Handelspartner Deutschlands, nach den Vereinigten Staaten und Frankreich, aber noch vor der Volksrepublik China.

Insgesamt sind die Importe aus den Niederlanden mit 88,1 Mrd. Euro noch immer größer als die Exporte (79,5 Mrd. Euro). Die wichtigsten Produktkategorien bei der Ausfuhr waren medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse (8,2 Mrd. Euro) und Straßenfahrzeuge (6,0 Mrd. Euro). Aus den Niederlanden wurden vor allem Erdölprodukte (13,3 Mrd. Euro) und Gas (8,0 Mrd. Euro) importiert.

„Die erhebliche Zunahme des bilateralen Handels ist ein Beweis dafür, dass beide Länder noch stets ein bedeutendes Wachstumspotential bieten“, sagt Günter Gülker, Geschäftsführer der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK). „Bei allen Fluktuationen und Ungewissheiten auf den Weltmärkten, gibt es einen stabilen Wachstumsmarkt direkt vor der Haustür. Dessen sollten sich deutsche Unternehmer bewusst sein. Das Exportwachstum in Richtung Niederlande entspricht mit 9,3 Prozent einem Warenwert von 6,8 Mrd. Euro. Dies ist mehr als der gesamte deutsche Export nach Portugal.“

Bemerkenswert ist auch die Aufholjagd der Vereinigten Staaten (+19,7 Prozent) als wichtigster Handelspartner der Bundesrepublik. 2014 errangen die Amerikaner nur einen vierten Platz und mussten Frankreich, die Niederlande und China vor sich dulden. Die Chinesen (+5,8 Prozent) mussten ihren dritten Platz in der Rangliste an die Niederländer abgeben und kamen 2015 nicht weiter als auf den vierten Platz. Frankreich (+1,8 Prozent), das 2014 noch größter Handelspartner der Bundesrepublik war, musste sich durch das Wachstum der Amerikaner mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Aus dem gleichen Grund rutschten die Niederlande vom zweiten auf den dritten Platz.