Die Konkurrenz ist stark, aber die Grenzregion zwischen den Niederlanden, Deutschland und Belgien macht sich Hoffnungen, das Mega-Projekt „Einstein-Teleskop“ 2027 an Land zu ziehen. Nach Dafürhalten des niederländischen Wirtschaftsministers Dirk Beljaarts (PVV) ist die Grenzregion „der richtige Ort für das Einstein-Teleskop, und wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um es hierher zu bringen“. Das hat Beljaarts unlängst mit seinen Kollegen aus Nordrhein-Westfalen, Wallonien und Flandern vereinbart, wie aus einer Meldung der niederländischen Regierung hervorgeht.
Weltweite Führungsposition
Die Grenzregion konkurriert mit anderen Ländern um dieses bedeutende wissenschaftliche Bauprojekt. Das Einstein-Teleskop ist ein unterirdischer Detektor zum Nachweis von Gravitationswellen. Das Projekt biete den drei Ländern die einmalige Gelegenheit, eine weltweite Führungsposition in einem bahnbrechenden neuen Wissenschaftsbereich einzunehmen: der Gravitationswellenforschung. Die Entwicklung des Teleskops erfordere auch viel neues Wissen, was technologische Innovationen und die Wirtschaftstätigkeit in der Region anrege.
An der Realisierung des Projekts sind mehrere Orte in Europa interessiert, auch andere Länder arbeiten an einem Vorschlag, mit dem sie hoffen, das Einstein-Teleskop bauen zu dürfen. Die Regierungen der Niederlande, Belgiens und Deutschlands sind im Rennen, und auch Italien und das deutsche Bundesland Sachsen bereiten eine Bewerbung vor. Die Niederlande haben 870 Millionen Euro aus dem nationalen Wachstumsfonds für den Bau des Teleskops vorgesehen. Die flämische Regierung, Deutschland und die europäischen Partner halten ebenfalls Gelder für den Bau bereit. Da sich das Teleskop längerfristig positiv auf das niederländische Bruttoinlandsprodukt auswirken dürfte, hat Den Haag für das Projekt bereits 42 Millionen Euro aus dem Wachstumsfonds bereitgestellt.
Gewinnaussichten und Arbeitsplätze
Forschungsergebnissen zufolge dürfte sich jeder Euro für das Einstein-Teleskop drei- bis viermal amortisieren. Zudem schaffe das Teleskop direkt und indirekt rund 2.000 Arbeitsplätze – nicht nur für Wissenschaftler, sondern zum Beispiel auch für praktisch ausgebildete Techniker. Um zu unterstreichen, wie wichtig das Teleskop für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ist, hat das niederländische Kabinett der Inbetriebnahme des Teleskops Priorität eingeräumt.
Das Einstein-Teleskop ist kein „normales“ Teleskop. Es ist ein unterirdisches Dreieck aus großen Röhren, in die Laserstrahlen geschossen und dann mit Spiegeln zurückgeworfen werden. Wenn man diese Strahlen sehr genau misst, kann man Gravitationswellen aus dem Weltraum aufspüren. Dies ermögliche es den Wissenschaftlern, neue Erkenntnisse über unser Universum zu gewinnen und Einsteins Relativitätstheorie zum ersten Mal zu überprüfen. Außerdem bringe es technologische und innovative Aktivitäten in die Region.
Optimale Rahmenbedingungen
Die Niederlande, Belgien und Deutschland prüfen aktuell gemeinsam, ob sie dieses Observatorium von Weltrang beherbergen können. Die Grenzregion dieser drei Länder sei aufgrund ihrer Ruhe, des stabilen Bodens und des starken Ökosystems von Wissenseinrichtungen und High-Tech-Unternehmen ein idealer Standort dafür. Es wird erwartet, dass mehrere angeschlossene europäische Länder Mitte 2027 entscheiden, wo das Teleskop gebaut werden kann.