Leistungsfähigere Anbindungen an die „ZARA“-Häfen gefordert

Leistungsfähigere Anbindungen an die „ZARA“-Häfen gefordert

Die sieben Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Rheinland haben in einer gemeinsamen Petition mit den Auslandshandelskammern der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs eine leistungsfähigere Verkehrsanbindung ihrer jeweiligen Regionen an die sogenannten „ZARA“-Häfen gefordert. Für den Güterverkehr aus den europäischen West-Häfen in Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen besitze das gesamte Rheinland eine äußerst bedeutsame Funktion als Quell-, Ziel- und Transitregion, heißt es in dem Papier an die Bundesregierung.

Anlass für die gemeinsame Petition ist der neue Bundesverkehrswegeplan, der Ende März veröffentlicht werden soll und für den eine Seeverkehrsprognose verwendet wird, die laut den IHKs von einem zu geringen Güterverkehrsaufkommen der ZARA-Häfen ausgeht und zu geringe Wachstumsraten zugrunde lege. „Das verzerrt die Kosten-Nutzen-Rechnung zum Nachteil von Infrastrukturprojekten im Rheinland, die dadurch erst viel später oder gar nicht umgesetzt werden“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Auch der einseitige Fokus des Bundes auf die norddeutschen Seehäfen und deren Hinterlandverbindungen sei nicht nachvollziehbar, kritisieren die Kammern.

Um die Kritikpunkte zu begründen, haben die Rheinlandkammern eine Studie in Auftrag gegeben, die die Bedeutung der ZARA-Häfen insbesondere für das Rheinland untersucht. Die Ergebnisse werden in der ersten Jahreshälfte erwartet. Die IHKs fordern unterdessen, das höhere Güterverkehrsaufkommen der ZARA-Häfen bei der Seeverkehrsprognose und bei der Bewertung der Verkehrsprojekte zu berücksichtigen. Zudem fordern sie, die Projekte der „Düsseldorfer Liste“ umzusetzen. In der 2013 von fünf Landesverkehrsministern erarbeiteten Liste seien die wichtigsten Infrastrukturprojekte zur besseren Anbindung der ZARA-Häfen bereits benannt. Für NRW seien vor allem der Bau des dritten Gleises Emmerich-Oberhausen, der Ausbau des „Eisernen Rheins“ sowie eine Fahrrinnentiefe von 2,80 Metern auf dem Rhein entscheidend.

Die von den Präsidenten und Hauptgeschäftsführern der beteiligten Kammern unterzeichnete Petition wurde an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, die Mitglieder der Verkehrsausschüsse von Bundes- und Landtag NRW sowie an die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Rheinland gesendet.

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