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Niederländer verbrauchen im Homeoffice mehr Energie

Seit Jahresbeginn verzeichnen die Energieversorger in den Niederlanden einen deutlichen Anstieg des Energieverbrauchs. Schnee und Kälte haben vor allem im Monat Januar zu einem deutlichen Anstieg des Energieverbrauchs in den Haushalten geführt. Und noch ist kein Frühling in Sicht. Das Unternehmen Essent etwa stellt fest, dass der Gasverbrauch der Haushalte derzeit etwa 60 Prozent über dem Durchschnittswert für diese Jahreszeit liegt. Darüber hinaus verbrauchen die Haushalte 20 Prozent mehr Strom. Das berichtet die Nachrichtenplattform nu.nl.

Jahresanfang kälter als 2025

Bedingt durch das winterliche Wetter, aufgrund glatter Straßen und Störungen im Bahnverkehr, arbeiten die Menschen häufiger von zu Hause aus. Das führt automatisch zu einem höheren Verbrauch von Gas und Strom in den eigen vier Wänden. Außerdem wird die Heizung schneller eingeschaltet oder eine Stufe höhergestellt. Laut Energieversorger Essent ist der Anstieg beim Gasverbrauch größer als der des Stromverbrauchs, da mehr Wohngebäude mit Gas beheizt werden. Strom wird häufiger für Dinge verwendet, die nicht vom Wetter abhängig sind, wie Kochen, Waschen und Beleuchtung. Auch über die Fernwärmenetze wird in den Niederlanden mehr Wärme bezogen. In den ersten fünf Tagen dieses Jahres wurde 15 Prozent mehr Wärme verbraucht als in den ersten fünf Tagen des Jahres 2025. Damals lag die Durchschnittstemperatur einige Grad über dem Gefrierpunkt.

Der Ukraine-Faktor

Der landesweite Gasverbrauch hat Ende Januar bereits mehrmals einen Spitzenwert von 1.500 Gigawattstunden pro Tag erreicht, wie Zahlen von Gasunie zeigen. Diese Gasmenge entspricht in etwa dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 150.000 Haushalten, also einer mittelgroßen Stadt wie Zwolle oder Den Bosch. Das Unternehmen Vattenfall stellt fest, dass der Gasverbrauch seiner niederländischen Kunden um etwa 15 Prozent über dem Durchschnitt für diesen Zeitraum liegt. Etwa 80 Prozent des Gasverbrauchs der Kunden entfallen einem Vattenfall-Sprecher zu Folge auf die Beheizung der Wohnung. Die restlichen 20 Prozent gingen hauptsächlich auf das Konto von Duschen, Baden und Kochen.
Im Durchschnitt liegt der Gasverbrauch in den Niederlanden seit der Energiekrise im Jahr 2022 etwa 20 Prozent unter dem Verbrauch vom vor dem russischen Überfall auf die Ukraine.