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Niederlande verschärfen Jugendschutz beim Alkohol

Jugendliche haben bekanntlich alle Tricks der Welt auf Lager, um im Supermarkt oder Kiosk trotz des Ausgabeverbots von Alkohol an unter 18-Jährigen das Gesetz zu umgehen. In den Niederlanden hat nun das Ministerium für Jugend, Prävention und Sport den ersten Schritt getan, um die Regeln zur Durchsetzung der Altersgrenze für den Onlineverkauf von Alkohol zu verschärfen. Das berichtet die Nachrichtenplattform der niederländischen Regierung.

Gleiche Regeln für Gastronomie und Paketzusteller

War es bislang bei der Onlinebestellung ein Kinderspiel, als Besteller mit der Altersangabe zu schwindeln, so werden Lieferdienste in naher Zukunft per Gesetz mit einer Geldstrafe belegt, wenn sie Bier, Wein oder Spirituosen an Minderjährige nach Hause liefern. Untersuchungen hatten gezeigt, dass Minderjährige oft ohne Probleme Alkohol online kaufen können. Derzeit kann in den Niederlanden nur der Onlineverkäufer mit einer Geldstrafe belegt werden, obwohl der Onlineverkäufer und der Lieferdienst in der Praxis oft nicht dasselbe Unternehmen sind. Der Ministerrat hat jetzt dem letzten Schritt für die Gesetzesänderung zugestimmt, bevor diese im Parlament behandelt werden kann. Die neuen Vorschriften sollen dann ab 2027 in Kraft treten.

Die Einhaltung der gesetzlichen Altersgrenze bei Bestellungen und Lieferungen nach Hause ist nach Meinung der zuständigen Staatssekretärin Judith Tielen (VVD) „wirklich unzureichend“. Das gehe etwa aus Untersuchungen zur Einhaltung der Altersgrenze und zum Kaufverhalten von Jugendlichen hervor. Mit dem neuen Verbot will die noch amtierende niederländische Regierung dem entgegenwirken. „Jeder, der mit Alkohol und Jugendlichen zu tun hat, muss immer das Alter überprüfen. Wir sorgen nun dafür, dass für alle die gleichen Konsequenzen und Strafen gelten, wenn das Gesetz nicht eingehalten wird. Für Paketzusteller gelten damit die gleichen Regeln wie für Menschen, die in der Gastronomie, in Supermärkten und in Sportkantinen arbeiten“, so Tielen.

Kennzeichnung auf der Verpackung

Die Änderung des Alkoholgesetzes ist Teil der ersten Phase eines Prozesses, mit dem auch eine Kennzeichnung auf der Verpackung vorgeschrieben wird. Damit wird deutlich gemacht, dass eine Verpackung ein an das Lebensalter gebundenes Produkt enthält. Die Regierung will die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahren, die Alkohol trinken, reduzieren. Nach wissenschaftlicher Erkenntnis ist Alkoholkonsum für Jugendliche besonders schädlich. Minderjährige können durch den unkontrollierten Genuss von Alkohol leichter das Bewusstsein verlieren, es kann die Entwicklung des Gehirns stören und im späteren Leben zu Alkoholproblemen führen.