Das vorzeitige Ende der niederländischen Regierung und die daraufhin notwendige Ansetzung von Neuwahlen im vergangenen Herbst haben PostNL das Bilanzjahr 2025 gerettet. In den letzten Monaten des vergangenen Jahres haben die Zusteller des Unternehmens mehr Geschäftspost als üblich zugestellt, wodurch das Unternehmen vorübergehend ein Stück weit aus den roten Zahlen klettern konnte. Die Neuwahlen und die Rentenbescheide sorgten vorübergehend für zusätzliche Einnahmen für PostNL, das jedoch nach wie vor nicht zukunftssicher aufgestellt ist, so die Nachrichtenplattform nu.nl.
PostNL rechnet 2026 mit Verlust
PostNL musste in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 Wahlbenachrichtigungen, Stimmzettel, Broschüren über Notfallpakete und Rentenbescheide zustellen. Die großen, einmaligen Aufträge glichen die Tatsache aus, dass die Zahl der zugestellten Briefe seit längerer Zeit rückläufig ist. Durch dieses starke Ergebnis im Dezember belief sich laut einem Unternehmenssprecher das Jahresergebnis der Briefdivision, das nach elf Monaten noch tief im Minus lag, auf zwei Millionen Euro. Das Unternehmen PostNL erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von knapp 3,3 Milliarden Euro, unterm Strich jedoch fuhr das Unternehmen einen Verlust von 17 Millionen Euro ein. Auch für das nächste Jahr rechnet PostNL mit einem Verlust.
PostNL gibt viel Geld für Personal aus, 70 bis 80 Prozent gehen für Arbeitskosten drauf. Man kann aber nicht einfach so an der Betriebsführung herumschrauben. Das liegt am Postgesetz, das vorschreibt, dass PostNL Briefe innerhalb bestimmter Fristen zustellen muss und dass es genügend Briefkästen geben muss. Das Unternehmen stellt fest, dass die Zahl der versendeten Briefe und Karten so stark zurückgeht, dass es zu teuer wird, täglich alle Straßen zu bedienen.
Briefzustellungen werden gestreckt
PostNL möchte eine Subvention von der Regierung, die dies jedoch abgelehnt hat. Ab dem 1. Juli darf das Postunternehmen zwei Tage statt nur einen Tag für die Zustellung von Postsendungen verwenden. Dabei handelt es sich um Postsendungen von Verbrauchern und kleinen Unternehmen ohne Geschäftsvertrag mit PostNL. Ab Mitte 2027 wird die Zustellzeit auf drei Tage verlängert, mit Ausnahme von Trauerpost und medizinischer Post. Nach Angaben des Unternehmens reicht dies jedoch noch nicht aus, um über die Runden zu kommen.
