250 Jahre deutsch-niederländische Grenze: Ein Blick in die Zukunft

250 Jahre deutsch-niederländische Grenze: Ein Blick in die Zukunft
Foto: Marcel Bouwer

Der rote Faden der Grenze verbindet!“ – unter diesem Motto fand in der Oude Calixtuskerk in Groenlo ein euregionales Symposium im Rahmen der Reihe „250 Jahre deutsch-niederländische Grenze“ statt. Eröffnet wurde das Symposium vom Generalkonsul der Niederlande in Düsseldorf, Ton Lansink. Experten aus Historie, Kultur und Industrie, aber auch Jugendliche stellten sich der Frage: Was verbindet die niederländischen und deutschen Bürger unserer Region seit 250 Jahren?

150 Schüler des Marianum im niederländischen Groenlo erhielten dafür den Auftrag, einen Aufsatz über ihre Erwartungen zum Thema Deutschland und die Niederlande im Jahr 2040 zu schreiben. Naomi Dibbets, Schülerin am Marianum, berichtete auf dem Symposium zu den manchmal überraschenden, manchmal auch vorhersehbaren Ergebnissen.

Jahr 2040 – Niederlande überschwemmt?

„Wir sollen uns alle mal umdrehen und nicht nur immer nach Amsterdam, Utrecht, Den Haag usw. schauen“, schrieb ein niederländischer Schüler in seinem Aufsatz. „Es gibt für uns auch jetzt schon in Deutschland viel zu entdecken: Zum Shoppen nach Düsseldorf fahren geht genauso schnell, als wenn man von hier aus nach Amsterdam fährt. In Bocholt gibt es genauso schöne Läden wie in Enschede“, sagte er. Natürlich gebe es viele Schüler die erwarten, dass die Niederlande in einigen Jahren überschwemmt werden, so Naomi in ihrem Vortrag, und dass die höher gelegenen Gebiete, wie zum Beispiel „de Achterhoek“, dann einen freiwilligen Anschluss an Deutschland beantragen würden.

Viele Schüler fänden zum Beispiel auch, dass die holländische „Ehrendivision“ nicht sehr interessant sei, weil die wirklich guten Spieler in Spanien, England oder Deutschland spielen würden. Es wäre also viel besser, nur noch einen einzigen niederländischen Fußballklub mit einem einzigen Stadion in Enschede oder Doetinchem zu behalten, und diese Mannschaft sollte dann mitspielen in der Bundesliga. Dass die dann jedes Jahr deutscher Meister werden, sei natürlich schon klar, so die Schüler.

Deutsch als gemeinsame Sprache

Im Jahr 2040 werden die niederländischen Schüler schon längst von der Notwendigkeit, gut Deutsch zu können, überzeugt sein, die Schulen werden intensiver zusammenarbeiten, alle Kinder werden verpflichtet, ein halbes Jahr in Deutschland zu leben und umgekehrt – Dies alles glauben Vera, Emma und Dyonne vom Marianum in Groenlo.

Lisa und Elke gehen davon aus, dass in 2040 die Niederlande und Deutschland zusammen die Olympischen Spiele organisieren. Es werden dann ein paar neue Sportarten dabei sein, wie z. B. „Gruben graben am Strand“, „Handtücher legen am Pool“ und „Wer kann am Buffet am meisten essen“. Ob es tatsächlich einmal so weit kommen wird, ist nicht bekannt. Die Zuhörer waren aber auf jeden Fall begeistert von diesen Aussichten.

Vorträge zum deutsch-niederländischen Grenzgebiet

Mit der Identität der Deutschen und der Niederländer beschäftigte sich Wouter Loeff von der Radboud Universiteit Nijmegen in seinem Vortrag. Dr. Timothy Sodmann, ehemaliger Direktor des Landeskundlichen Instituts in Vreden, zeigte anschaulich auf, wie sich die Geschichte in der hiesigen Grenzregion sich in den letzten 5.000 Jahren entwickelt hat. In seinem Vortrag „Arbeitsmarkt“ beleuchtete Prof. Jan Lucassen vom Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam, die verschiedenen Möglichkeiten, die diesseits und jenseits der Grenze den Deutschen und Niederländern arbeitsmäßig offen stehen.

Stan Cortenbach stellte seine persönliche Geschichte zum Leben und Studieren an der Grenze vor. Er ist sowohl in Nimwegen und Münster Student für Deutsch-Niederlande Studien. Den Abschlussvortrag hielt Dr. Hermann-Josef Stenkamp, Leiter des LWL-Textilwerks in Bocholt zur gemeinsamen Textilindustrie im deutsch-niederländischen Grenzgebiet.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Melanie Lohmann, Stadt Bocholt, und Tom Lamers, Gemeente Aalten. Außerdem stellten Vertreter der Heimatvereine ihre Arbeit an verschiedenen Ständen vor.

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