Jüngst fand zum sechsten Mal überhaupt und zum letzten Mal in 2018 die Euregionale Masterclass in der Lounge der Fontys Venlo University of Applied Sciences statt. Wie auch bei den letzten Veranstaltungen wurden wirtschaftliche Themen mit grenzüberschreitender, euregionaler Bedeutung besprochen. In dieser Masterclass wurden die Chancen des „Serious Gaming“ für Betriebe und Studenten erläutert. Zwei Gastredner aus Deutschland und den Niederlande gaben sich am Abend die Ehre, um über ihr Fachgebiet zu sprechen.

Zunächst stellte Manuel Fritsch („Insert Moin”) allgemein den Markt der Videospiele vor. Innerhalb der EU ist Deutschland hier Marktführer. Die Niederlande befinden sich auf Platz sechs. Weiterhin wurde deutlich, dass der Videospielmarkt im Wandel ist. Die Aufmerksamkeit der Entwickler geht in die Richtung der Smartphone-Apps. Die hohe Reichweite sowie die große Anzahl der Nutzer dieses Systems macht es für Firmen sehr attraktiv. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen wurde in diesem Zusammenhang auch über den Datenschutz gesprochen.

„Augmented Reality“-Spiele wie „Pokémon Go“, bei denen der Spieler Inhalte auf seinem Handy angezeigt bekommt, sind schon jetzt vorhanden. Der Marktführer im Bereich der „Virtual Reality“ ist „PlayStation“ mit ca. drei Millionen privaten Nutzern. Gerade die hohen Kosten und der Platzbedarf sorgen dafür, dass eher Unternehmen und auch das Militär Kunden dieser Technologie sind.

Spielerisch als Team zusammenwachsen

Für die privaten Nutzer geht es um Spaß und um Freizeitaktivitäten. Die spielerischen Simulationen geben Unternehmen allerdings einen großen Vorteil. Ein Betrieb kann so vorher durchlaufen werden, ohne ihn überhaupt zu betreten. Im Betrieb selbst können Mitarbeiter gemeinsam Aufgaben lösen und spielerisch als Team zusammenwachsen.

Ein direktes Beispiel dafür lieferte der zweite Redner aus den Niederlanden, Jochum Reuter („The Fresh Connection”). Sein Unternehmen erstellt Spiele, die Supply Chains simulieren. Dabei werden Fakten und Figuren aus echten Unternehmen genommen, die sich sowohl für Mitarbeiterschulungen als auch für Ausbildungen eignen. Zum Kundenkreis zählt unter anderem die „Fontys University of Applied Sciences“ .

Das Ziel des simulierten Supply Chain Managements ist es, Erfahrungen mittels konkreter Beispiele zu schaffen und aufgrund der gesammelten Erfahrungen strategische und taktische Entscheidungen im Sinne des Unternehmens zu treffen. Bei dieser Form des Spiels können insbesondere Simulationen im grenzüberschreitenden Kontext stattfinden.

Die Simulation erlaubt es, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Die eigenen Entscheidungen lassen das Team gewinnen oder aber zwingen es zu lernen, um bei der nächsten Runde mehr Erfolg zu haben. Besonders die gewonnene Erfahrung wurde von Käufern der Spiele gelobt, aber auch eine Verbesserung der Teamarbeit wurde festgestellt. Teilnehmer verhielten sich danach professioneller.

Für Studenten oder Jobsuchende

Für Studenten oder Jobsuchende besteht auch die Möglichkeit, mit ihrem Ergebnis in ein Register aufgenommen zu werden, das zusammen mit dem eigenen Lebenslauf an potentielle Arbeitgeber weitergeleitet werden kann.

Wie die Arbeitssuche wird auch die Ausbildung immer digitaler. Die Zuhörer konnten dies am Ende des Vortrages mit einer Beispielrunde selbst ausprobieren. Mit dem Blick auf die gesamte Supply Chain galt es den Return on Investment für das Beispielunternehmen zu erhöhen. Dabei spielten Einkauf, Produktion bzw. operationelles Geschäft, Verkauf und Distribution eine Rolle.

Alle Teilnehmer blieben nach der offiziellen Masterclass, um sich in lockerer und angenehmer Atmosphäre zwischen Unternehmern und Studenten sowie Dozenten auszutauschen. Die Masterclass wurde gemeinsam mit dem Business Club Maas Rhein organisiert. Auch dessen Mitglieder waren vor Ort, um sich über aktuelle Themen rund um die euregio rhein-maas-nord und darüber hinaus zu informieren.

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