Für einige niederländische Kommunen ist die Grenze erreicht. Die von der deutschen Bundespolizei durch ständige Grenzkontrollen verursachten Verkehrsbehinderungen machen Gemeinden wie Montferland nahe Emmerich zu schaffen. Seit Monaten leiden niederländische Dörfer und Kleinstädte in Grenznähe unter Staus, weil Autofahrer den Kontrollen und Wartezeiten am Grenzübergang der A3 entgehen wollen und die „Schleichrouten“ über die Dörfer nutzen, um ins Nachbarland zu gelangen. Kommunen wie Beek (NL) fordern nun ein Ende der Kontrollpraxis, wie die NRZ berichtet.
Reduzierung des Ausweichverkehrs
In einem gemeinsamen Brief fordern die Grenzgemeinden Montferland und Zevenaar die Bundesregierung auf, die Überprüfungen an der niederländisch-deutschen Grenze einzustellen. Den beiden Kommunalverwaltungen geht es nach eigenen Angaben nicht darum, die Grenzkontrollen gänzlich abzuschaffen. Sie sollten aber verlagert werden. Fänden diese im Landesinneren Deutschlands statt, würde das zu einer spürbaren Reduzierung des Ausweichverkehrs auf niederländischen Nebenstraßen führen. Die aktuelle Situation sei nicht weiter tragbar, heißt es unter Berufung auf das Schreiben nach Berlin.
Durch die angestrebte Verlagerung soll die angespannte Situation zum Beispiel im niederländischen Grenzörtchen Beek, einem Ortsteil von Montferland, entschärft werden. Das Dorf hat bereits in Eigeninitiative Maßnahmen ergriffen, um den Verkehr zu regeln. Bürgermeister und Beigeordnete von Montferland haben jetzt beschlossen, am Grenzübergang in Beek eine Einbahnstraßenregelung einzuführen. Durch diese Maßnahme verschwindet die bislang genutzte Alternativroute in Richtung Deutschland aus den Navigationssystemen, was zu weniger Verkehr durch Beek führt.
Mehr Ruhe durch Einbahnstraßenregelung
Durch die Umwidmung zur Einbahnstraße nimmt der Durchgangsverkehr in Beek stark ab. Dies sorgt für mehr Ruhe auf den Straßen und verbessert die Lebensqualität und Verkehrssicherheit im Ort. Die Maßnahme stellt somit einen Kompromiss dar zwischen einer vollständigen Sperrung und einer offenen Straße dar. Wanderer, Moped- und Radfahrer und landwirtschaftlicher Verkehr sind übrigens von der Maßnahme ausgenommen.

