Am Montag stattete der deutsche Botschafter, Dirk Brengelmann, der euregio rhein-maas-nord einen Arbeitsbesuch ab. Gemeinsam mit einer Vertretung des Vorstands der euregio-Organisation wurden verschiedene Aktivitäten und Projekte auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit vorgestellt.

Den Anfang machte die Kindertagesstätte KinderReich in Nettetal, wo Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt steht und sowohl deutsche als auch niederländische pädagogische Mitarbeiter arbeiten. Kinder werden auf Deutsch und Niederländisch angesprochen, lernen Lieder in beiden Sprachen und antworten sogar in beiden Sprachen. Das frühe Lernen einer Fremdsprache führt dazu, dass die Kinder es als selbstverständlich ansehen, mehrsprachig zu sein. Gilde Opleidingen arbeitet als niederländische berufsbildende Schule eng mit dem KinderReich zusammen. Die Praktikantin Loes Jeurnick berichtete begeistert von ihren Erfahrungen: „Ich als Niederländerin lerne hier Deutsch und die Kinder lernen von mir Niederländisch – so können wir voneinander lernen“, fügt sie zwinkernd hinzu. Die Leiterin, Frau Inderhees und das Vorstandsmitglied Frau Zörner bestätigten dies. Frau Zörner erläuterte, dass noch Einiges auf dem Weg zur Anerkennung von Berufsabschlüssen und Qualifikationen zu tun ist, damit niederländische Erzieher und Erzieherinnen regulär in Deutschland arbeiten können. Botschafter Brengelmann bestätigte, dass dieses Thema sowohl für die Niederlande als auch für Nordrhein-Westfalen ein wichtiger Agendapunkt sei.

Foto: euregio rhein-maas-nord

Diverse grenzüberschreitende Projekte

Mittags wurden von der euregio rhein-maas-nord diverse Projekte auf den Gebieten Innovation, Arbeitsmarkt, Ausbildung, Kultur und Tourismus vorgestellt. In diesen Projekten arbeiten Unternehmen, Wissenseinrichtungen und Behörden grenzüberschreitend zusammen um die Wettbewerbsfähigkeit der euregio zu stärken. Ein Beispiel für ein innovatives Projekt ist „Asset Management 2.0“, dessen Lead Partner BAS Research & Technology man zum Abschluss des Arbeitsbesuches besichtigte. Geschäftsführer Toine van Casteren und sein Team erläuterten, wie mit Hilfe von Sensortechnologie und Unterstützung von digitaler Technik, der Zustand des Betons in Gebäuden, Brücken, oder Straßen überwacht werden kann.

Das liefert nicht nur einen Beitrag zu Sicherheit, sondern auch eine Kosteneinsparung für die Instandhaltung, da man auf einen Blick sieht, wie dringend ein Eingreifen erforderlich ist. Van Casteren: „Die Zusammenarbeit mit der Institution RWTH aber auch die Möglichkeiten zusammen mit deutschen und niederländischen Behörden die Entwicklungen in der Region zu testen, verdeutlicht den Mehrwert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“.

Am Ende des vielseitigen Tagesprogramms waren sich der Botschafter und der Vorstand der euregio rhein-maas-nord einig, die Grenze nicht als Barriere, sondern als Chance zu betrachten. In der euregio rhein-maas-nord wird die europäische Zusammenarbeit sichtbar und erfolgreich gelebt.