Europa-Masken statt Festakt

Europa-Masken statt Festakt
Straßenschilder an den Einfallstraßen nennen Münsters Städtepartner. Oberbürgermeister Markus Lewe weist im Europa-Flaggenschmuck des Prinzipalmarktes auf Enschede - die neue Verbindung unter Nachbarn. Foto: Presseamt Münster

„Wenn wir Europa im Kleinen nicht leben, kann es im Großen nicht gelingen“, ist Oberbürgermeister Markus Lewe zutiefst davon überzeugt, dass gerade in herausfordernden Zeiten die Menschen über Grenzen hinweg zusammenhalten müssen. So sollte am Europatag (9. Mai) mit der Besiegelung der Städtepartnerschaft zwischen Enschede und Münster ein weiteres starkes Zeichen für den Zusammenhalt in der europäischen Gemeinschaft gesetzt werden. Die Corona-Krise aber macht dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: Der Festakt ist zunächst auf den Spätsommer vertagt.

Ein Stück gelebtes Europa: Die Zusammenarbeit zwischen den Stadtspitzen aus Enschede und Münster – wie hier bei einem Arbeitsaustausch 2019 – ist seit vielen Jahre eng. Foto: Presseamt Münster

Dennoch möchte die Stadt Münster den Europatag mit seiner Symbolkraft für ein Leben in Frieden und Freiheit nicht sang- und klanglos verstreichen lassen. Sie verteilt am Samstag, 9. Mai, in der Innenstadt Masken mit dem Europa-Logo und lenkt so die Aufmerksamkeit auch auf die neue Verbindung unter Nachbarn. Dazu schmücken Stadt und Kaufmannschaft die City mit der Europaflagge.

Neun Partnerschaften pflegt die Stadt Münster in aller Welt. Mit der zehnten – nach dem entsprechenden Ratsbeschluss Ende 2019 – vertieft sie das Naheliegende, gilt das 65 Kilometer entfernte Enschede doch als die deutscheste Stadt der Niederlande und umgekehrt.

Viel grenzüberschreitender Austausch

Die Fakten sprechen für sich. Die Hälfte der internationalen Studierenden in der knapp 160.000 Einwohner zählenden grenznahen Einkaufs- und Kulturstadt kommt aus Deutschland, Münster hingegen hat einen eigenen Studiengang „Niederlandestudien“, und das Haus der Niederlande im Krameramtshaus gilt als Geburtsstätte des Nachbarlandes. Wissensinstitutionen in der Region arbeiten über Grenzen hinweg eng zusammen, Unternehmen kooperieren zunehmend, Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen und Oberbürgermeister Markus Lewe tauschen sich seit Jahren regelmäßig aus, die Verwaltungen lernen intensiv voneinander. Und: Auf Münsters Weihnachtsmärkten ist die niederländische Sprache überall zu hören. Auch in Enschede wird deutsch gesprochen: Nahezu 40 Prozent der Gäste dort kommen aus dem Münsterland.

Die Absichtserklärung von 2017, das Teamwork zwischen den großen Städten des grenzüberschreitenden Bündnisses EUREGIO zu intensivieren und ein besonderes Augenmerk auf die Kooperation Münster-Enschede zu legen, manifestiert sich heute in der offiziellen Partnerschaft. Dank dieser Zusammenarbeit können die Stadt Münster und die Gemeinde Enschede nun für Projekte europäische Zuschüsse beantragen und mit ebendiesen Projekten das Leben in einer lebendigen Gemeinschaft Europa abbilden.

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