Der INTERREG-Lenkungsausschuss für das Gebiet der Euregio Rhein-Waal hat zwei grenzüberschreitende INTERREG-Projekte genehmigt. Durch die neuen Initiativen fließen in den kommenden Jahren ca. sechs Millionen Euro in die Euregio Rhein-Waal. Diesen Betrag stellt die Europäische Union aus dem Programm INTERREG Deutschland-Nederland, Unterprogramm des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), zur Verfügung.

Agrofood-Sektor bereitet sich auf die Zukunft vor

Der Agrofood-Sektor gehört sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden zu den wichtigsten Wirtschaftssektoren. Sowohl in der primären Produktion als auch in der verarbeitenden Industrie, Handel und Distribution gibt es zahlreiche Unternehmen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Agrarprodukte und Lebensmittel aus der Region werden in die ganze Welt exportiert. Dennoch werden die Unternehmer mit einem zurückgehenden Zustrom von neuen Mitarbeitern konfrontiert und stehen keine ausreichenden Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit dem INTERREG-Projekt Regional Skills Lab greifen die Partner IMBSE GmbH, Huis van de Brabantse Kempen, CITAVERDE College Roermond, Stichting AOC-Oost Nederland, Agrobusiness Niederrhein e.V., HAS Den Bosch und 40 KMU diese Probleme auf.

Das Projekt läuft von Mai 2017 bis 2021 und führt Arbeitnehmer und Unternehmer aus dem Agrofood-Sektor in Testzentren, den sogenannten Skills Labs, zusammen. Hier lernen die Teilnehmer die neuesten Technologien kennen. Jedes Skills Lab hat seinen eigenen spezifischen Schwerpunkt: intelligentes Management im Gartenbau, neue Markttrends, innovative, internationale und interkulturelle Betriebsführung, smart Farming und smart Food Processing. Niederländische und deutsche Teilnehmer nehmen gemeinsam an den Trainingseinheiten teil und lernen so außerdem innerhalb der Euregio die wichtigsten Parteien des Nachbarmarktes kennen. Im Projekt werden zehn neue Produkt-Markt-Kombinationen entwickelt, an denen insgesamt mehr als 200 Unternehmer und 500 (zukünftige) Mitarbeiter im Agrofood-Sektor teilnehmen.

Neue Allianz stärkt den Rhein als ökologische Verbindungszone

Der Rhein ist nicht nur eine der größten logistischen Adern in Europa, sondern auch eine essentielle ökologische Verbindungszone. Diesem ökologischen Faktor wird in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu wenig Beachtung zuteil. So ist die Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Parteien hinsichtlich der Planung, Einrichtung und Einrichtung von Flüssen, Gewässern, Naturgebieten und ökologischen Verbindungszonen häufig zu begrenzt. Auf beiden Seiten der Grenze arbeiten Parteien in einem anderen gesellschaftlichen Kontext, Planungsmodus und unter unterschiedlichen gesetzlichen und politischen Voraussetzungen.

Darum haben ARK Natuurontwikkeling, die Bezirksregierung Düsseldorf, Rijkswaterstaat Oost Nederland, Waterschap Rijn en IJssel, Sportvisserij Nederland, Vereniging Cultuurlandschap Nederland und das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. in dem Projekt Green-Blue Rhinealliance zusammen Hand angelegt. Die Partner wollen mit dem Projekt auf eine aktive Art und Weise an der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Parteien arbeiten. Dazu ist es notwendig, dass sich die Parteien, was die Organisation, Arbeitsweise, Befugnisse und Zielsetzungen betrifft, besser kennenlernen.

Für eine effektivere Politikplanung und bessere Resultate ist eine Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit dann auch sehr wichtig. Das Projekt setzt darum in erster Linie an beim strategischen Verbessern des Netzwerks, dem Stärken der Wissensgrundlage und daneben dem Arbeiten an konkreten Projekten. Beispielsweise indem 55 Otter- und Fischengpässe gelöst werden, Renaturierungsmaßnahmen in kleinem Umfang u.a. entlang der Oude IJssel oder Weiterentwicklung der Auenlandschaft. Die Projektpartner streben an, in 2020 ein nachhaltiges Netzwerk für den Schutz des Rheins aufgebaut zu haben.

X