Niederländische Grenzstädte appellieren an deutsche Besucher

Niederländische Grenzstädte appellieren an deutsche Besucher

Joris Bengevoord, Bürgermeister von Winterswijk, beobachtet, dass es im Zentrum der Grenzstadt immer voller wird. Vor allem samstags ist in den Einkaufsstraßen oft sehr viel los. Das beunruhigt ihn sehr, zumal die Zahl der Coronainfektionen wieder rapide zunimmt. Vor dem Tag der Deutschen Einheit haben viele niederländische Städte, die sich normalerweise sehr über deutsche Besucher freuen, die Angst vor Überfüllung. Enschede, Venlo und Roermond etwa bitten die Deutschen, am Wochenende nicht die Grenze zu überqueren.

Gemeinsam mit dem Kreis Borkener Landrat Dr. Kai Zwicker bittet Winterswijks Bürgermeister Bengevoord die niederländischen und deutschen Besucher „ihren Verstand zu benutzen“. Am kommenden Samstag werden die Polizei, Ordnungshüter und die Königlich Niederländische Militärpolizei verstärkt auf die Einhaltung der neuen Coronamaßnahmen achten, die das Kabinett am Montagabend angekündigt hat. Besonders samstags ist es im Zentrum manchmal so voll, dass es schwierig ist, die Coronamaßnahmen einzuhalten. „Samstag ist in unserem Zentrum immer ein lebhafter Tag. Aber in der aktuellen Coronazeit ist das leider nicht mehr möglich. Das müssen wir unbedingt verhindern, weil man die anderthalb Meter dann nicht einhalten kann und es in den Geschäften zu voll wird“, sagt er.

Unnötige Einkäufe vermeiden

Am Samstag könnte es im Zentrum von Winterswijk besonders voll werden, denn dann feiern die Deutschen den Tag der Deutschen Einheit. Erfahrungsgemäß werden dann viele deutsche Besucher Winterswijk besuchen. Bengevoord appelliert an Winterswijker und Besucher, nach Hause zu gehen, wenn in den Einkaufsstraßen zu viel los ist, und ein anderes Mal wiederzukommen. „Ich finde es positiv, wenn Winterswijker und unsere Besucher ihre Einkäufe bei örtlichen Ladenbesitzern erledigen, denn die haben es schwer. Ich gönne unseren Ladenbesitzern ihren Umsatz. Aber gehen Sie bitte nach Hause, wenn es zu voll ist und kommen Sie später wieder. Und kaufen Sie gezielt. Gehen Sie jetzt nicht zum Spaß einkaufen.“

Auch auf der anderen Seite der Grenze bat Landrat Dr. Kai Zwicker die Bewohner des Kreises Borken um ein kluges Vorgehen bei einem Besuch in den benachbarten Niederlanden. Er forderte die Bevölkerung auf, sich an die AHA-Regel „Abstand, Hygiene und Alltagmaske“ zu halten. Er bekräftigte erneut, wie wichtig es für beide Länder ist, dass die Grenzen offen bleiben.

Appelle aus Venlo und Enschede

Venlos Bürgermeister Antoin Scholten appellierte am Donnerstagmorgen beim Radiosender WDR2, auf den Besuch Venlos zu verzichten. Er zeigte sich besorgt darüber, dass die Innenstadt, in der sowieso eine Art Einbahnstraßensystem gelte, überfüllt werde und der Abstand nicht mehr einzuhalten sei. Gleiche befürchte er auch für das einige Kilometer südlicher gelegene Roermond, insbesondere für das dortige Designer Outlet, das traditonell von Tausenden Deutschen aufgesucht wird.

Eine noch deutlichere Formulierung kommt aus Enschede: „Blijf thuis“ – „Bleib zuhause“, schreibt die Gemeinde in einer offiziellen Mitteilung. Weiter heißt es: „Obwohl wir alle gastfreundlich empfangen möchten, bitten wir Sie, an diesem Samstag nicht nach Enschede zu reisen. Wenn am Samstag zu viele Menschen in die Innenstadt von Enschede und auf den Markt kommen, besteht die Möglichkeit, dass Teile der Stadt oder des Marktes (vorübergehend) geschlossen werden. Daher unser dringender Appell: Feiern Sie gemeinsam den 30. Tag der deutschen Einheit in Deutschland.“

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