Deutsche und niederländische Unternehmer zusammenbringen – auch langfristig. Das ist eines der Ziele des deutschen Unternehmens enviacon. Das international tätige Beratungsunternehmen mit Sitz in Berlin berät Unternehmer bei der Erschließung von Auslandsmärkte und dem Ausbau internationaler Geschäftsaktivitäten. Im Zeitraum 13. – 15. Mai 2019 veranstaltet das Unternehmen in Arnheim eine Leistungsschau für deutsche und niederländische Unternehmen mit dem Thema Industrie 4.0. AHA24x7.com sprach darüber mit Petra Fischer, Junior-Beraterin bei enviacon.

AHA24x7.com: Seit wann sind Sie am Markt und in welchen Ländern sind Sie aktiv?

Petra Fischer: enviacon ist bereits seit vielen Jahren im niederländischen Markt tätig. So wurden seit 2012 sowohl deutsche Unternehmen beim Markteinstieg in den Niederlanden unterstützt als auch niederländische Firmen beim Einstieg in Deutschland.

AHA24x7.com: Im Mai organisieren Sie im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU die Leistungsschau „Industrie 4.0 in der Lebensmittelindustrie: Schwerpunkt Logistik und Verpackung“ in den Niederlanden. Welche Unternehmen erwarten Sie und was ist Ihr Ziel?

Petra Fischer: Grundsätzlich geht es beim BMWi-Markterschließungsprogramm darum, deutsche KMU mit potenziellen Geschäfts- und Kooperationspartnern aus den jeweiligen Ländern zusammenzubringen. Von deutscher Seite aus werden voraussichtlich zwischen acht und zwölf Unternehmen mitfahren, um ihre Produkte und Dienstleistungen vor Ort in Arnheim vor einem niederländischen Fachpublikum vorzustellen. Diese spezielle Leistungsschau richtet sich vor allem an Unternehmen aus dem Bereich Maschinenbau, IoT und Softwareentwicklung, die Automatisierungslösungen für Verpackung und Logistik in der Lebensmittelindustrie anbieten. Das niederländische Fachpublikum wird sich aus Vertretern von Unternehmen, Verwaltungen, Verbänden, Institutionen und sonstigen Multiplikatoren zusammensetzen. Da es ja darum geht, deutsche und niederländische Unternehmen zusammenzubringen, arbeiten wir mit dem niederländischen Beratungsunternehmen psps consultants mit Sitz in Den Haag zusammen.

Petra Fischer

AHA24x7.com: Warum der niederländische Markt?

Petra Fischer: Die niederländische Lebensmittelwirtschaft ist mit einem Produktionsanteil von rund 20 % ein bedeutender Zweig der verarbeitenden Industrie des Landes. Die Niederlande sind der weltweit zweitgrößte Exporteur von landwirtschaftlichen Produkten und fungieren als Drehscheibe für den Außenhandel mit Nahrungsmitteln. Mit einer Mischung aus erstklassigen Forschungsinstituten für Lebensmittelinnovation, medizinischen Universitäten und zahlreichen öffentlich-privaten Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Industrie und Regierung stehen die Niederlande an zweiter Stelle im Bereich private Investitionen für Forschung & Entwicklungen in AgriFood in Europa.

Ebenso wie Deutschland befinden sich auch die Niederlande mitten in einer großen Veränderung hin zur Industrie 4.0, mit der Absicht, bei der Digitalisierung und Vernetzung der Produktionsprozesse eine weltweit führende Rolle einzunehmen. Die Niederlande sind bereits sehr gut aufgestellt in den Bereichen Internet of Things, Manufacturing Execution Systems und vorausschauende Wartungssysteme. Bedarfe für neue Technologien liegen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Blockchain, Virtuelle Realität sowie intelligente Robotics und Robotic Process Automation, Machine Learning und Analytics. Hier können sich deutsche und niederländische Unternehmen sehr gut ergänzen.

AHA24x7.com: Planen Sie in Zukunft weitere Projekte dieser Art in den Niederlanden?

Petra Fischer: Wir hoffen, dass auch in Zukunft weitere Veranstaltungen im Rahmen des Markterschließungsprogramms des BMWi geplant werden und freuen uns sehr darauf, diese dann auch durchführen zu dürfen.

AHA24x7.com: Wie sehen Sie die aktuelle deutsch-niederländische Zusammenarbeit? Wo besteht, Ihrer Meinung nach, noch Handlungsbedarf?

Petra Fischer: Die beiden Länder sind bereits auf wirtschaftlicher Ebene sehr eng miteinander verbunden. Gerade im Bereich Digitalisierung gibt es hier noch jede Menge Möglichkeiten. So haben vergangenen Oktober die Plattform Industrie 4.0 und das niederländische Smart Industry Program eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Industrie 4.0 geschlossen. In diesem Rahmen lassen sich sicherlich spannende Projekte, nicht nur im wissenschaftlichen Bereich, sondern auch zwischen Unternehmen beider Länder realisieren.

AHA24x7.com:  Haben Sie einen Tipp für deutsche Unternehmen, die ihr Geschäft auf den niederländischen Markt ausdehnen wollen?

Petra Fischer: Ein Tipp ist auf jeden Fall, sich vorher mit kulturellen Unterschieden vertraut zu machen. Auch wenn Deutschland und die Niederlande Nachbarländer sind, gibt es doch das ein oder andere, was in den Niederlanden anders gehandhabt wird, als in Deutschland. Besonders die Benutzung von „Du” und „Sie” kann ggf. zu Missverständnissen führen.

Frau Fischer, vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier. Dort besteht auch die Möglichkeit zur Anmeldung (Anmeldeschluss: Freitag, 15. März).

X