Die Folgen des Klimawandels und extremer Wetterlagen bekam Münster nicht nur beim Starkregen im Juli 2014 sondern auch mit dem Fischsterben im Aasee nach einem extrem heißen, trockenen Sommer 2018 zu spüren. Die Stadt wappnet sich gegen zu erwartende Extremwetterlagen und will diese Herausforderung grenzübergreifend mit dem Nachbarn Niederlande annehmen.

So trafen sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Tiefbauamtes und leitende Vertreter der niederländischen Wasserwirtschaft in Münster, um ein gemeinsames Vorgehen vor allem mit Blick auf zu erwartenden Starkregen und Trockenheit zu konkretisieren. Auch Berater der Stadt Enschede, der Dachorganisation für städtische Wasserwirtschaft und Kanalisation RIONED, des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasser, der Universität Twente, der Saxion Fachhochschule und der Wasserbehörde “Waterschap Vechtstromen” mit ihren strategischen Beratern waren gekommen.

Die niederländische Regierung zum Beispiel hat das nationale Delta-Programm für Raumanpassung (Deltaplan Ruimtelijke Adaptatie DPRA) aufgestellt. Beteiligt sind Regierungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Bürger. Sie entwickeln Konzepte, um den Siedlungsraum angepasst zu planen, zu gestalten, zu organisieren und zu bewirtschaften.

Grenzüberschreitender Austausch bringt neue Ideen

Das Tiefbauamt stellte bei dem Treffen wasserwirtschaftliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadt und Anpassungsstrategien vor. Zur Sprache kamen mittelfristig geplante Optimierungen und langfristige Lösungsstrategien für eine klimaangepasste Entwicklung der Stadt sowie neue Erkenntnisse aus der Mitarbeit an bundesweiten Forschungsprojekten. Als Pilotprojekt wurden die städtebaulichen Planungen mit integriertem Konzept zur Regenwasserbewirtschaftung im Wohnquartier Oxfordkaserne präsentiert. Eine Begehung des Geländes der ehemaligen Oxfordkaserne und der Baustelle Kanalstraße / Münstersche Aa veranschaulichten, wie die Stadt Münster dem Klimawandel wasserwirtschaftlich begegnen wird.

Allen Beteiligten war klar, dass der Klimawandel bereits da ist und dass Siedlungsräume angepasst werden müssen. Das Thema Wasser muss, darin waren sich die Experten einig, “als zu bewirtschaftendes Gut wahrgenommen werden”. Ein grenzüberschreitender Austausch bringe neue Ideen, Konzepte und Lösungsstrategien zur Sprache. Er solle weiter gepflegt werden. Abzulesen ist das auch an dem Förderantrag “Wasserrobuste Stadt”, den Münster mit Bocholt, Zutphen und Hengelo sowie den Waterschappen Vechtstromen, Rijn en Ijssel und der Euregio in Kürze bei der EU einreichen wird.

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