Weltweit werden Grenzen aufgrund des Coronavirus verschärft kontrolliert oder sogar, wie zum Beispiel in Deutschland, Italien und Dänemark, (teilweise) geschlossen. Der Flug- und Bahnverkehr wurde stark eingeschränkt und auch das öffentliche Leben kommt in vielen Teilen der Welt zum Erliegen. Doch wie sieht die Lage in den Niederlanden, insbesondere an der Grenze zu Deutschland aus?

Immer wieder geht der Blick aus Deutschland beim Thema Coronavirus in Richtung Niederlande, schließlich ist der westliche Nachbar einer der wichtigsten Handelspartner ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Laut der Informationswebsite coronavirus.nl wurden dort bisher 1.413 Menschen positiv getestet. 24 Menschen starben an der Krankheit (Stand: 17.3.2020, 12.50 Uhr). Die meisten Infizierten gibt es an den Grenzgebieten zu Belgien und Deutschland. Besonders die Provinz Noord-Brabant verzeichnet eine hohe Anzahl an Infizierten – etwa in den Städten Tilburg, Breda und Uden. Wie eine Karte des Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM, vergleichbar mit dem Robert-Koch-Institut) zeigt, sind die nördlichen und nordöstlichen Provinzen Overijssel, Drenthe, Groningen und Friesland bisher kaum betroffen, auch Zeeland verzeichnet verhältnismäßig wenige Fälle.

Öffentliches Leben stark eingeschränkt

Wie das RIVM berichtet, werden in den Niederlanden bis zum 6. April unter anderem, Schulen, Universitäten, Cafés, Sportclub und Saunen geschlossen. Auch Coffeeshops seien betroffen. Das habe kurz vor der Schließung für lange Schlangen gesorgt, so rtlnieuws.nl. Doch die Niederländer hamstern demnach nicht nur Cannabis, sondern auch Klopapier, Nudeln und Co. Mark Rutte rief die Menschen dazu auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. Diese seien unnötig und egoistisch, so der Ministerpräsident.

Versammlungen von über 100 Menschen, wie Konzerte und Sportveranstaltungen, seien von nun an verboten. Die niederländische Regierung rate, möglichst Zuhause zu bleiben und genügend Abstand zu anderen zu halten. Kontakte, vor allem zu anfälligen Menschen, sollten eingeschränkt oder sogar vermieden werden. Diese Maßnahmen sollen vor allem Risikogruppen wie alte und kranke Menschen schützen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Aufnahmestopp für Flüchtlinge

In seiner Ansprache verkündete Mark Rutte gestern Abend, dass davon ausgegangen werde, dass sich der Großteil der Bevölkerung infizieren werde, meldet die News-Plattform nu.nl.

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankreich und Österreich, wurden an der deutsch-niederländischen Grenze noch keine Kontrollen angeordnet. Jedoch werde seitens der Niederlande die Aufnahme von Flüchtlingen gestoppt, meldet der Rundfunkverband BNNVARA. In einem Schreiben von Ferdinand Grapperhaus, Minister für Justiz und Sicherheit, heiße es, dass Flüchtlinge ein großes Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung darstellen würden, weil unklar sei, welche Länder sie passiert hätten.

Weltweit fast 100.000 Infizierte

Weltweit sind aktuell laut der Johns Hopkins University 96.521 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Es gebe 7.167 Todesfälle; dem stünden 79.737 Geheilte gegenüber. In Deutschland zähle man zurzeit 7.588 Infizierte, 17 Todesfälle und 67 geheilte (Stand: 17. März 2020, 13 Uhr).

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