Die grenzüberschreitende Zukunft des Wasserstoffs

Die grenzüberschreitende Zukunft des Wasserstoffs
Stefan Dohler (Vorstandsvorsitzender der EWE AG, rechts) im Gespräch mit König Willem-Alexander, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und weiteren Symposiums-Teilnehmern. Foto: DIHK/Jens Schicke

Mit der zunehmenden Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Unternehmen kann Wasserstoff zukünftig seine wichtige Rolle für ein nachhaltiges europäisches Energiesystem einnehmen. Das war die Botschaft von EWE und Gasunie an König Willem Alexander und Königin Maximá während des Dutch-German Hydrogen Symposiums in Berlin im Rahmen des Staatsbesuchs des Königspaares in Deutschland. In den Niederlanden und in Deutschland wird intensiv an Projekten gearbeitet. Diese sollen zum Aufbau der notwendigen Wasserstoffinfrastruktur beitragen.

Deutschland und die Niederlande kooperieren seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Energieversorgung. Dabei spielen die europäischen Klimaziele für 2030 und 2050 eine zunehmende Rolle. Die Verfügbarkeit von Wasserstoff und Investitionen in seine Produktion, Umwandlung, Speicherung und seinen Transport sind unerlässlich, wenn diese Klimaziele erreicht werden sollen. Wasserstoff kann eine besonders wichtige Rolle bei der Energieversorgung der (Schwer-)Industrie und des Verkehrssektors spielen. In beiden Ländern werden dazu immer mehr Initiativen in Bezug auf den Transport, die Erzeugung, die Speicherung und die Umwandlung von Wasserstoff ergriffen.

Wasserstoff in den Niederlanden: 1,5 Milliarden Euro Investitionen

Am 30. Juni gab das niederländische Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik bekannt, dass es Gasunie mit der Entwicklung der nationalen Infrastruktur für den Transport von Wasserstoff beauftragen wird. Das Projekt, für das Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro veranschlagt werden, soll im Jahr 2027 fertiggestellt sein. Es wird zu 85 Prozent aus recycelten Erdgasleitungen bestehen, die durch neue Leitungen ergänzt werden. International und zwischen den beiden Ländern gibt es zahlreiche Projekte, die sich mit der Entwicklung von Wasserstoff beschäftigen. Auch in Deutschland entwickelt Gasunie die Wasserstoffinfrastruktur. Zum Beispiel das Projekt HyPerLink: ein Wasserstoff-Backbone, der in großem Maßstab Angebot und Nachfrage und Speicherung verbindet. Dadurch kann Wasserstoff aus den Niederlanden zu den (industriellen) Nachfragezentren in Deutschland transportiert werden. Das ist laut Gasunie und EWE ein wesentlicher Baustein, um einen internationalen Wasserstoffmarkt zu etablieren.

Klimaneutrale Stahlerzeugung

In ähnlicher Weise entwickelt EWE im Nordwesten Deutschlands das Projekt Clean Hydrogen Coastline. Zusammen mit Partnern beabsichtigt das Energieunternehmen bis Ende 2026 bei einem entsprechenden Förderrahmen bis zu 400 Megawatt Elektrolysekapazität mit entsprechender Speicherung zielgerichtet ins Energiesystem zu integrieren. Der zum Beispiel durch On- und Offshore-Strom erzeugte Wasserstoff soll u.a. für die klimaneutrale Stahlerzeugung am Stahlstandort Bremen eingesetzt werden. Außerdem kann mit Clean Hydrogen Coastline die Grundlage geschaffen werden, um bis zu 12.000 wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge bis Ende 2026 in den Betrieb zu bringen.

Die Projekte Clean Hydrogen Coastline und HyPerLink sind durch die Kooperation von EWE und Gasunie eng miteinander verknüpft. So können sie eine erste Infrastrukturverbindung für Wasserstoff zwischen den Niederlanden, Deutschland und Dänemark schaffen.

Diese Beispiele europäischer Wasserstoffprojekte werden wesentlich zu einer zusammenhängenden grenzüberschreitenden nordwest-europäischen Wasserstoffinfrastruktur beitragen, da hier hervorragende geographische Voraussetzungen vorliegen.

„Wichtige erste Schritte gehen“

Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, ist sich sicher: „In einem klimaneutralen Europa wird grüner Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Groß angelegte Infrastrukturen – wie Transportleitungen und große unterirdische Speicher – werden unerlässlich sein, um von Wasserstoffregionen zu einer europäischen Wasserstoffwirtschaft zu gelangen. Die Niederlande und Deutschland können dafür auf eine sehr gute Energiepartnerschaft aufbauen und wichtige erste Schritte gehen.“

Ähnlich sieht es Han Fennema, CEO von Gasunie N.V.: „Deutschland und die Niederlande haben hier die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Aufbau der europäischen Wasserstoffinfrastruktur zu beginnen. Dadurch können wir Wasserstoff zwischen den Niederlanden und den (industriellen) Bedarfszentren in Deutschland transportieren. Die physischen Verbindungen zwischen unseren Ländern durch unsere gemeinsamen Pipelines werden der Ausgangspunkt für den europäischen Wasserstoffmarkt sein. Tolle Neuigkeiten für das Klima, unsere Volkswirtschaften und die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern.“

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