Digitalisierung im Grenzgebiet: Studie soll Unterschiede aufdecken

Digitalisierung im Grenzgebiet: Studie soll Unterschiede aufdecken

Das Schlagwort Digitalisierung ist in aller Munde. Aber was verbirgt sich dahinter, und gibt es auf beiden Seiten der Grenze womöglich unterschiedliche Interpretationen des Begriffs? Driften die Niederlande und Deutschland deshalb digital auseinander? Eine Studie der WFG Kreis Viersen und der Fontys International Business School aus Venlo soll dies nun zeigen.

Mit dem Projekt „Mind the digital Gap“ wollen die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG Kreis Viersen) und die Fontys Hochschule herausfinden, ob es in Deutschland und den Niederlanden unterschiedliche Auffassungen des Begriffes Digitalisierung gibt. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem INTERREG V A-Programm „Deutschland-Nederland“.

Bisher fußen die subjektiven Wahrnehmungen im Grenzgebiet nur auf Annahmen, Momentaufnahmen und Mutmaßungen. „Auf deutscher Seite herrscht nicht selten der Eindruck vor, niederländische Unternehmen seien bei der Digitalisierung weiter. In den Niederlanden überwiegt die Ansicht, deutsche Unternehmen seien umsichtiger und würden viel mehr Wert auf Datenschutz legen“, sagt Projektleiter Armin Möller von der WFG Kreis Viersen. Ob dem wirklich so ist, untersucht nun eine Studie im Rahmen einer Bachelorarbeit.

Niederländer sind risikofreudiger

Dr. Sven Pastoors von der Fontys Hochschule weiß um die schwierige Auslegung des Begriffs der Digitalisierung. Ihm geht es aber weniger um technische Aspekte, sondern mehr um die persönlichen und sozialen Kompetenzen von Mitarbeitern. „Wir stellen fest, dass niederländische Mitarbeiter wesentlich unerschrockener im Umgang mit digitalen Medien und Technologien sind als deutsche. Das mag einerseits positiv wirken, birgt aber auch Risiken. In Deutschland indes sind Mitarbeiter wesentlich vorsichtiger“, erläutert Dr. Pastoors.

Perspektivisch sollen ausgehend von den Ergebnissen der Studie Maßnahmen entwickelt werden, die Unternehmen bei der Entwicklung und Vermittlung digitaler Kompetenzen helfen. Hierzu werden die Erkenntnisse und Erfahrungswerte aus Deutschland und den Niederlanden am Ende des Projekts grenzüberschreitend für Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Unternehmen, die sich an der Studie beteiligen möchten, können sich noch bis zum 31. Oktober 2020 bei der WFG Kreis Viersen per Mail melden. Kontakt: armin.moeller@wfg-kreis-viersen.de

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