Im vergangenen April unterzeichneten die NRW.BANK, LIOF, die Wirtschaftsförderungsagentur der niederländischen Provinz Limburg, und LRM, die Strukturförderagentur der belgischen Provinz Limburg, ein Memorandum of Understanding. Seitdem arbeiten die Partner zusammen. Das gemeinsame Ziel: Erleichterung grenzüberschreitender Aktivitäten für deutsche, niederländische und belgische Unternehmer. Im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung mit dem Businessclub Maas-Rhein (BCMR) bot sich rund 40 Interessierten die Möglichkeit, sich in den Räumen der NRW.BANK aus erster Hand über grenzüberschreitende Finanzierungoptionen zu informieren.

Ingrid Hentzschel, Abteilungsleiterin Hausbanken- und Fördernehmerberatung bei der NRW.BANK, unterstrich bei ihrer Eröffnung die Wichtigkeit der Handelsbeziehungen zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen. Sie verwies auf das Handelsvolumen in Höhe von knapp 64 Milliarden Euro. Den Blick in die Niederlande empfindet sie als inspirierend. Insbesondere von der niederländischen Förderung von Start-ups sowie von Forschung und Entwicklung könne man in Deutschland lernen. Zudem lobte Hentzschel die Netzwerkkultur im Nachbarland. Man komme schnell miteinander in Kontakt. Die Zusammenarbeit mit LIOF gestalte sich sehr positiv. Inzwischen gebe es beinahe täglich Kontakt zwischen Mitarbeitern beider Organisationen. Kennengelernt haben sich die NRW.BANK und LIOF 2018 im Rahmen des Deutsch-Niederländischen Wirtschaftsforums  in Mönchengladbach, bevor im April 2019 ein Memorandum und Understanding unterzeichnet werden konnte. Man ist sich auch über die Grenze hinweg einig: „Keine Idee darf an der Finanzierung scheitern“, unterstrich Hentzschel.

Zusammenarbeit wichtiger denn je

Tys van Elk, Direktor LIOF, fand im Anschluss deutliche Worte. Jahrelang sei nur geredet worden, doch Unternehmen benötigten für ihre Vorhaben konkrete Antworten. Es sei ein großes Problem, dass nationale Instrumente in der Regel an der Grenze enden. Dabei ließe sich das ändern. „Es ist nicht schwer, es muss nur ein Anfang gemacht werden“, so die Überzeugung van Elks. Im ersten Schritt sei es wichtig, Unternehmen über die Möglichkeiten im anderen Land zu informieren. Ihre Unterstützung funktioniere dank der engen Kooperation immer besser. Auch Verena Würsig, Prokuristin und Teamleiterin EU- und Außenwirtschaftsförderung bei der NRW.BANK, sieht immer mehr „kleine operative Erfolge“. Wenngleich sie auch festgestellt habe, dass es auch Rückschläge für grenzüberschreitend tätige Unternehmen gebe: „Wir waren in manchen Themen vor 15 Jahren insgesamt schon einmal weiter, als wir es heute sind. Es wird an vielen Stellen wieder nationaler gedacht und geregelt.“ In verschiedener Hinsicht gebe es neue administrative Hürden bei Aktivitäten im Nachbarland.

Grenzüberschreitender Fonds vorgeschlagen

„Wir müssen auch der Politik durch Beispiele aufzeigen, welche Bedeutung die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die Unternehmen besitzt“, so Würsig. Van Elk pflichtete ihr bei: „Es gilt auf politischer Ebene wirklich international zu denken.“ Sowohl die NRW.BANK als auch LIOF betonten ihren Willen, zu schauen, wie bestehende Finanzierungs- und Beratungsinstrumente kombiniert und weiterentwickelt und gegebenenfalls neue Instrumente geschaffen werden können. Vor allem auf euregionaler Ebene. Eine besonders wünschenswerte Vision sei die Schaffung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Finanzierungsfonds, aus dem sowohl deutsche als auch niederländische Unternehmen bei förderfähigen Initiativen im Nachbarland schöpfen könnten. Mut sei dabei gefragt! Den Willen, Unternehmen lückenlos zu unterstützen, teilen NRW.BANK und LIOF gleichermaßen.

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