Grenzüberschreitende Renaturierung der Dinkel

Grenzüberschreitende Renaturierung der Dinkel
Peter van der Wiele (Strategischer Berater Waterschap Vechtstromen), Prof. Dr. Stefan Kuks (Watergraaf von Waterschap Vechtstromen), Kordula Blickmann (Leiterin des Fachbereichs Natur und Umwelt des Kreises Borken), Friedel Wielers (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Borken) und Hubert Grothues (Leitender Kreisbaudirektor Borken). Das Bild ist vor der Corona-Pandemie entstanden. Foto: Doris Vogt

Die Dinkel wird in Deutschland und den Niederlanden renaturiert: Das Bauunternehmen NEGAM aus Oldenzaal (Niederlande) wurde von der Waterschap Vechtstromen beauftragt, mit den Arbeiten am Umbauprojekt Dinkel in Losser-Gronau zu beginnen. Von der deutschen Grenze bei Gronau bis zur Ellermansbrug in Losser wird die Dinkel ihren natürlichen Charakter zurückerhalten. In den vergangenen Jahren hat die Waterschap in Absprache mit den Anwohnern und gemeinsam mit den deutschen Partnern an der Gestaltung gearbeitet. Jetzt werden die Pläne in die Praxis umgesetzt.

In der Provinz Overijssel wurden 24 Naturschutzgebiete als Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. Das Dinkeltal ist eines davon. Deshalb wird mit der Renaturierung der Dinkel zwischen Losser und Gronau begonnen. Neben der Wiederherstellung und Stärkung der gefährdeten Natur werden die Ufer naturnah gestaltet und der Fluss wird schmaler gemacht. Außerdem werden neue Mäander (Kurven) und Sekundärauen mit Blänken angelegt. Zudem kann sich die Dinkel frei entwickeln. Auf diese Weise verändert sich der Flusslauf ständig, genau wie die angrenzende Landschaft. Somit entsteht ein noch besseres Lebensumfeld für Pflanzen und Tiere.

Verbindende Elemente

Gemeinsam mit der Provinz Overijssel arbeiten die Waterschap Vechtstromen, der Kreis Borken, die Gemeinde Losser und das Staatsbosbeheer auf der Grundlage der Natura 2000-Aufgaben und der europäischen Wasserrahmenrichtlinie an einem naturnahen und klimaresistenten Fluss. „Die Dinkel ist ein einzigartiger grenzüberschreitender Fluss. Eine zentrale Herausforderung ist die Verbesserung der Wasserqualität in den Niederlanden und Deutschland. Deshalb arbeiten wir eng mit dem Kreis Borken und anderen deutschen Partnern zusammen“, sagt Nettie Aarnink, Vorstandsmitglied der Waterschap.

Hubert Grothues, Vorstandsmitglied des Kreises Borken, hebt hervor: „Flüsse und Bäche sind in unserem deutsch-niederländischen Grenzraum markante verbindende Elemente. Beidseits der Grenze ist es erklärter Wille, sie als wertvolle ökologische Systeme zu erhalten und weiterzuentwickeln. Deshalb arbeiten wir – die verantwortlichen deutschen und niederländischen Institutionen – in der Wasserwirtschaft seit vielen Jahren grenzüberschreitend zusammen.“

Die Gemeinde Losser verlegt den LAGA-Radweg, um Platz für Natur und Wasser zu schaffen. Darüber hinaus schafft dieser Plan die Möglichkeit einer verbesserten Fahrradroute bis ins Zentrum von Losser. Das Projekt erhält einen finanzielle Zuwendungen der Provinz Overijssel, des Kreises Borken, der Gemeinde Losser und des INTERREG VA-Programms Niederlande-Deutschland im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts LIVING Vechte-Dinkel.

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