PostNL wird ab dem 12. Juli Briefpost standardmäßig innerhalb von zwei Tagen statt am nächsten Tag zustellen. Nach Angaben des niederländischen Unternehmens soll damit die Zuverlässigkeit der Postzustellung gewährleistet werden. Diese Umstellung wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit Tausenden von Mitarbeitern sorgfältig vorbereitet. Die Möglichkeit einer Zustellung vorrangiger Sendungen am nächsten Tag bleibt weiterhin bestehen, meldet PostNL.
Kostenreduzierung und Verlässlichkeit
Die niederländische Regierung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass PostNL die Zustellfrist ab dem 1. Juli dieses Jahres verlängern darf. Der Postdienstleister hatte diesen Wunsch schon vor längerer Zeit geäußert, da mit der obligatorischen Zustellung am nächsten Tag hohe Kosten verbunden sind. Die Verlängerung macht die Postzustellung in den Niederlanden weniger anfällig und besser planbar, heißt es in der Mitteilung von PostNL.
Die Niederländer versenden immer weniger Karten und Briefe und entscheiden sich längst häufiger für digitale Alternativen. Dennoch wurden im vergangenen Jahr immer noch gut 1,5 Milliarden Sendungen verschickt. Aber auch wenn die Zahl der Briefe zurückgeht, müsse sich jeder weiterhin auf die Postzustellung verlassen können, so ein Sprecher des Unternehmens. Zugleich sehe sich PostNL mit immer höheren Kosten für eine Dienstleistung konfrontiert, nach der immer weniger Nachfrage besteht. Mit etwas mehr Spielraum bei den Zustellfristen könne man die Arbeit intelligenter organisieren. Dies sei ein notwendiger Schritt, um die Qualität hoch und die Dienstleistung erschwinglich zu halten.
Anpassung der Dienstpläne und Zustellrouten
In den kommenden Monaten wird das Unternehmen nach eigenem Bekunden unter anderem rund 20.000 Dienstpläne anpassen und fast ein Viertel der Zustellrouten ändern. „Wir gehen davon aus, dass für unsere Mitarbeiter weiterhin ausreichend Arbeit vorhanden sein wird. Standorte und Arbeitszeiten können sich jedoch ändern“, so der Sprecher. Auch Paketzusteller werden mit Veränderungen konfrontiert sein. Ab dem 12. Juli werden sie täglich Trauerpost und andere vorrangige Sendungen zustellen.
Die Art und Weise, wie Menschen Post nutzen, verändert sich und wird sich auch weiterhin verändern. Es sei wichtig, dass sich die Postdienstleistungen diesen Entwicklungen anpassen und den Bedürfnissen der Menschen in der Zukunft entsprechen, erklärt der Unternehmenssprecher. Dazu sei ein Postgesetz erforderlich, das Spielraum bietet, um rechtzeitig auf sich ändernde Bedürfnisse und das, was praktisch machbar ist, zu reagieren. Dies erfordere klare politische Entscheidungen.
Weniger anfällig, besser planbar
In vielen anderen Ländern wurde die Standardlieferfrist bereits auf zwei, drei oder vier Tage angepasst. Diese Anpassung macht die Postzustellung auch in den Niederlanden weniger anfällig und besser planbar, selbst in Spitzenzeiten oder bei unvorhergesehenen Situationen. Der Übergang zur Zustellung innerhalb von zwei Tagen sei laut PostNL ein Zwischenschritt. Später folge der Schritt zur Zustellung innerhalb von drei Werktagen. Auch dieser Übergang werde unter Berücksichtigung der Mitarbeiter, Kunden und der Gesellschaft sorgfältig vorbereitet.
