Steinmeier über deutsch-niederländische Zusammenarbeit erfreut

Steinmeier über deutsch-niederländische Zusammenarbeit erfreut
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Ärztliche Direktor des UKM, Univ.-Prof. Hugo Van Aken (Reihe oben Mitte und r.), der niederländische Botschafter Wepke Kingma (Reihe oben l.), Pflegedirektor Thomas van den Hooven und UKM-Virologe Prof. Stephan Ludwig (v.l.) sowie Ärzte und Pflegekräfte. Foto: UKM/Wibberg

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am frühen Morgen das Universitätsklinikum Münster (UKM) besucht, um sich persönlich bei den Mitarbeitenden für den Einsatz während der Corona-Pandemie zu bedanken. Eigentlich war ein gemeinsamer Besuch mit dem niederländischen König Willem-Alexander geplant. Dieser musste aber aufgrund steigender Infektionszahlen in den Niederlanden die Reise nach Münster kurzfristig absagen. Der Bundespräsident sprach mit Ärzten und Pflegekräften, die im Frühjahr die niederländischen Covid-19-Patienten am UKM behandelt hatten. Im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen hatte das UKM die Verteilung von insgesamt 58 niederländischen Patienten auf deutsche Krankenhäuser koordiniert.

Um 8.25 Uhr traf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor dem Dekanatsgebäude der Medizinischen Fakultät Münster ein: Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hugo Van Aken, begrüßte den Bundespräsidenten mit den Worten: „Sie könnten uns keinen größeren Dank erweisen, als durch ihren Besuch. Ich bin sicher, ich spreche im Namen des gesamten Vorstands und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn ich sage, dass wir alle uns außerordentlich über diese große Anerkennung freuen. Für mich war es selbstverständlich, dass, als unsere niederländischen Nachbarn um Hilfe baten und wir die Möglichkeit dazu hatten, wir auch Hilfe leisten würden. Für das UKM ist dies ein historischer Tag.“

Im Dekanatsgebäude sprach Bundespräsident Steinmeier mit Ärzten und Pflegekräften, die unter anderem auch die niederländischen Covid-19-Patienten am UKM betreut hatten. Der Bundespräsident bedankte sich für ihren Einsatz: „Die Corona-Pandemie verlangt allen Menschen viel ab. Auf der ganzen Welt beklagen wir Tausende von Opfern. Deutschland ist in der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten hervorragend aufgestellt. Unseren europäischen Nachbarn Hilfe anzubieten, als sie stark mit hohen Patientenzahlen belastet waren, war vor diesem Hintergrund eine menschliche Pflicht. Die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser haben die von den Niederländern erbetene Unterstützung gewährt und das UKM hat diese koordiniert. Dass das vollkommen unbürokratisch gelöst wurde, ehrt alle Beteiligten.“

„Nachbarschaftshilfe zeigt ihren wirklichen Wert“

Weil König Willem-Alexander wegen der Corona-Lage in seinem Land nicht bei den Gesprächen dabei sein konnte, dankte als offizieller Vertreter seines Landes der niederländische Botschafter, Wepke Kingma, aus Berlin: „Mit der großartigen Hilfestellung während der Covid-19-Pandemie wurde die europäische Zusammenarbeit in der Praxis unter Beweis gestellt. In normalen Zeiten wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bereits sehr ‚gelebt‘; in dieser außergewöhnlichen Situation jedoch zeigt die Nachbarschaftshilfe ihren wirklichen Wert. Nicht zuletzt, weil dadurch ein ‚Test Case‘ für eine noch intensivere, deutsch-niederländische Kooperation geschaffen wurde.“

Bundespräsident Steinmeier und Botschafter Kingma tauschten sich im Anschluss noch mit dem Leiter des Instituts für Molekulare Virologie am UKM, Prof. Dr. Stephan Ludwig, zu den aktuellen Entwicklungen rund um das SARS-CoV-2-Virus aus.

Für den internen Austausch war eine halbe Stunde angesetzt. Danach brachen Bundespräsident Steinmeier und Botschafter Kingma zum in Münster stationierten Deutsch-Niederländischen Korps auf, das mit einem offiziellen Akt sein 25-jähriges Bestehen feierte.

 

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