Ein Deutsch-Niederländisches Kompetenzzentrum für die Nordniederlande und den Nordwesten Deutschlands. Das war schon länger eine Vision der IHK für Ostfriesland und Papenburg. Nun ist aus der Vision Wirklichkeit geworden: Auf den Promotiedagen in Groningen wurde das Projekt nun vorgestellt. Im Interview mit AHA24x7.com erklärt Dr. Torsten Slink, Hauptgeschäftsführer der IHK für Ostfriesland und Papenburg, was es mit dem Kompetenzzentrum auf sich hat.

AHA24x7.com: Herr Dr. Slink, die IHK für Ostfriesland und Papenburg hat kürzlich das Deutsch-Niederländische Kompetenzzentrum vorgestellt. Was hat es damit auf sich?

Dr. Torsten Slink: Mit dem Kompetenzzentrum möchten wir in der Grenzregion Ostfriesland, Papenburg und Nordniederlande einen Beitrag für die deutsch-niederländische Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen leisten und dabei vor allem einen möglichst niederschwelligen Markteintritt für die Unternehmen sicherstellen.

Dabei richtet sich das Angebot sowohl an Unternehmen, die eine Niederlassung im jeweiligen Nachbarland gründen wollen, als auch an Unternehmen, die grenzübergreifend Handel betreiben oder Dienstleistungen anbieten, oder einfach ihr Netzwerk über die Grenze hinaus erweitern möchten.

 

„Im Laufe der letzten Jahre hat sich unser Beratungsangebot für Unternehmen, die grenzübergreifend tätig werden möchten, stetig vergrößert.“

 

AHA24x7.com: Wie entstand die Idee dazu?

Im Laufe der letzten Jahre hat sich unser Beratungsangebot für Unternehmen, die grenzübergreifend tätig werden möchten, stetig vergrößert. Neben Einzelberatungen bieten wir Sprechtage oder Informationsveranstaltungen an. Zudem sind wir zunehmend in verschiedenen deutsch-niederländischen Netzwerken und Projekten aktiv.

Um die verschiedenen Angebote besser koordinieren zu können, aber sicherlich auch, um eine wiedererkennbare Marke für unsere Projekte zu etablieren, bot es sich an, mit dem Deutsch-Niederländischen Kompetenzzentrum ein gemeinsames Dach für diese Aktivitäten zu schaffen.

AHA24x7.com: Haben Sie externe Partner einbezogen? Ist dies geplant?

Bei den angesprochenen Projekten und Beratungsangeboten handelt es sich zunächst um Leistungen unserer Industrie- und Handelskammer. Diese fanden schon immer in einem Verbund mit verschiedenen Partnern, etwa der Kamer van Koophandel Noord Nederland, der Ems Dollart Region oder Netzwerken, wie dem Ems Dollart Business-Forum (EDBF), statt. Auch das Deutsch-Niederländische Kompetenzzentrum wird sicherlich weiterhin in diesen Netzwerken eingebettet bleiben.

AHA24x7.com: Worin liegt der Mehrwert des Kompetenzzentrums für deutsche Unternehmer?

Dr. Torsten Slink: Wer als deutscher Unternehmer auf dem niederländischen Markt fußfassen will, benötigt sowohl in der Planung, als auch in der Umsetzung ein gutes Netzwerk. Hier soll das Kompetenzzentrum mit seinen verschiedenen Angeboten eine Brücke schlagen. Eine typische Entwicklung wäre etwa, dass ein Unternehmen, das seine Waren künftig auch in den Niederlanden verkaufen möchte, zunächst einen unserer Sprechtage besucht und sich zu den generellen Rahmenbedingungen des Marktes im Nachbarland informiert. In einem zweiten Schritt gilt es, sich sein eigenes Netzwerk zu anderen Unternehmen und potenziellen Kunden zu schaffen – dies wäre bspw. durch den Besuch einer Veranstaltung des EDBF’s oder unseres Deutsch-Niederländischen Wirtschaftsforums in Papenburg möglich.

Auch hier auf unserem Ostfriesland Plein, auf den Promotiedagen, begleiten uns Unternehmen, die vorher diese Schritte gegangen sind und jetzt versuchen, als Aussteller ihre Kontakte in die Niederlande zu vertiefen. All dies wird zukünftig aktiv durch das Deutsch-Niederländische Kompetenzzentrum unterstützt.

 

„Unsere Ziele sind auch weiterhin, den Unternehmen den Schritt auf den Markt im Nachbarland möglichst einfach zu gestalten und die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Region weiter zu intensivieren.“

 

AHA24x7.com: Inwieweit können auch Niederländer davon profitieren?

Dr. Torsten Slink: Für die niederländischen Unternehmen funktioniert das Ganze natürlich analog. Zusätzlich bieten wir auf dem Internetauftritt des Kompetenzzentrums eine Reihe an Informationen auf niederländischer Sprache an. Hier geht es bspw. darum, wie man in Deutschland ein Gewerbe anmelden kann, welche Steuern zu zahlen sind, wie sich Kontakte finden lassen oder, weil wir natürlich auch Standortmarketing für Ostfriesland und Papenburg betreiben wollen, wie der Wirtschaftsraum in der Region strukturiert ist etc.

AHA24x7.com: Wie sehen Ihre Ziele für das Kompetenzzentrum für die nächsten Jahre aus?

Dr. Torsten Slink: Unsere Ziele sind auch weiterhin, den Unternehmen den Schritt auf den Markt im Nachbarland möglichst einfach zu gestalten und die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Region weiter zu intensivieren. Dies soll auf möglichst vielen verschiedenen Ebenen stattfinden.

Hier richten wir uns auch immer nach den aktuellen Bedürfnissen, die wir am Markt erkennen. Momentan stehen sicherlich der Fachkräftemangel und die Möglichkeit, diesen mit grenzübergreifenden Kooperationen zu bekämpfen, relativ weit oben auf der Tagesordnung.