Grenzüberschreitende Kooperation bei Wasserbauprojekten

Grenzüberschreitende Kooperation bei Wasserbauprojekten
Bei Millingen aan de Rijn überquert der Rhein, eine der wichtigsten Wasserstraßen beider Länder, die deutsch-niederländische Grenze.

Der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, und Hoofdingenieur directeur Rijkswaterstaat, Noord-Nederland, Erica Slump, haben in Duisburg eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung ist es, dringend erforderliche Verkehrsinfrastrukturprojekte an den deutschen und niederländischen Wasserstraßen mit den jeweiligen Erfahrungen und Spezialkenntnissen zu befördern und zu beschleunigen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels der Bevölkerung und eines dadurch entstehenden Ingenieurmangels wollen beide Länder bei der Realisierung von Unterhaltungs- und Neubauaufgaben langfristig kooperieren.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, erklärt die Gründe für die Kooperation: „Wir wollen Tempo bei der Umsetzung der anstehenden Wasserbauprojekte in Deutschland und den Niederlanden machen. Deshalb bringen wir unser Know-how zusammen. Rijkswaterstaat hat jahrelange Erfahrungen bei Verträgen, die Planen und Bauen verbinden und wir haben umfassende Kenntnisse bei standardisierten Bauweisen. Davon wollen wir gegenseitig profitieren.“

Konkret beabsichtigt die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) Pilotprojekte zu starten, bei denen Planen und Bauen in einer Hand liegt. Rijkswaterstaat wird ein Unterstützungsteam bereitstellen, das die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter bei der Vertragsgestaltung und Abwicklung ausgewählter Pilotprojekte unterstützt. Im Gegenzug stellt die GDWS Berater, die Rijkswaterstaat bei Technik und Standardverfahren beraten. Darüber hinaus richten GDWS und Rijkswaterstaat einen Lenkungsausschuss ein und stellen ein Austauschprogramm auf.

Kooperation weiter ausarbeiten

Erica Slump ist von der Kooperation angetan: „Als gute Nachbarn arbeiten wir in den Grenzregionen bereits erfolgreich zusammen. Denn Wasserstraßen und Schifffahrt sind nicht an Landesgrenzen gebunden. Mit dieser Kooperationsvereinbarung gehen wir nun einen Schritt weiter. Die GDWS verfügt über umfangreiche Kenntnisse im Bereich Technologie und Normung und Rijkswaterstaat über umfangreiche Erfahrungen mit Vertragsformen zum Planen und Bauen. Rijkswaterstaat wird die GDWS bei der Entwicklung dieser Vertragsformen unterstützen. Dies ist ein gutes Beispiel für „goed noaberschap“. Zusammen sind wir noch besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet.“

Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt und Rijkswaterstaat beabsichtigen die vereinbarte Kooperation weiter auszuarbeiten, um langfristig zusammen zu arbeiten. Gemeinsames Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der deutschen und niederländischen Binnenwasserstraßen zu stärken und mögliche Einschränkungen für die Schifffahrt zu vermeiden.

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