TenneT macht Fortschritte bei der Förderung der europäischen Energiewende wie der Halbjahresbericht des deutsch-niederländischen Netzbetreibers zeigt. Auch im ersten Halbjahr 2019 hat TenneT mit einer Netzverfügbarkeit von 99,99 Prozent ein hohes Niveau bei der Versorgungssicherheit gewahrt. Aufgrund der steigenden Einspeisung der wetterabhängigen volatilen erneuerbaren Energien stellt dies eine wachsende Herausforderung dar. Um dieser in Zukunft gewachsen zu sein, hat TenneT eine Reihe von strategischen branchenübergreifenden Initiativen und Partnerschaften ins Leben gerufen.

So unternimmt TenneT jetzt die nächsten Schritte bei der Planung des Energiesystems 2030 und kooperiert dabei dem Gasnetzbetreiber Gasunie und Verteilnetzbetreibern. Zuvor hatten TenneT und Gasunie mit der Studie „Infrastrukturausblick 2050“ einen Ausblick auf die Zukunft des Energiesystems gegeben. Das Power-to-Gas-Pilotprojekt ELEMENT EINS, das TenneT gemeinsam mit Gasunie Deutschland und Thyssengas plant, wurde vom Bundeswirtschaftsministerium gerade als eines der förderungswürdigen 20 Reallabore der Energiewende benannt.

In Deutschland und den Niederlanden arbeitet TenneT gemeinsam mit Verteilnetzbetreibern und Marktakteuren an intelligenten Lösungen, um die Auslastung des bestehenden Netzes zu erhöhen. So zielt das Projekt Innosys 2030 in Deutschland darauf ab, die Transportkapazität der bestehenden Netzinfrastruktur durch neue IT-Lösungen und einen automatisierten Betrieb zu optimieren. In den Niederlanden stellt das GOPACS-Projekt (Grid Operators Platform for Congestion Solutions) neue marktbasierte Möglichkeiten zur Verfügung, um Engpässe im Stromnetz zu reduzieren. TenneT wird außerdem nächste Schritte bei den Blockchain-Projekten angehen, um zukünftig Flexibilitäten aus dezentralen Energiequellen wie etwa Heimspeichersysteme und Elektro-Autos zur Netzstabilisierung nutzen zu können.

Offshore-Netz in beiden Ländern wird weiter ausgebaut

TenneT hat in der ersten Jahreshälfte 2019 auch seine Positionen als Offshore-Übertragungsnetzbetreiber weiter ausgebaut. In Deutschland hat TenneT das 14. Offshore-Anbindungssystem, DolWin 5, vergeben. Der Übertragungsnetzbetreiber wird die aktuelle Offshore-Übertragungskapazität von 6.232 Megawatt bis 2024 auf fast 9.000 Megawatt erhöhen. Die Entwicklung des niederländischen Offshore-Netzes mit den Projekten Borssele Alpha und Beta ist im Zeitplan. TenneT wird bis 2030 insgesamt 10.600 Megawatt Anbindungskapazität für Offshore-Windparks in den Niederlanden bereitstellen.

TenneT baut ebenso das Übertragungsnetz an Land aus, um den Transport einer wachsenden Menge an Land und auf See erzeugten erneuerbaren Stroms zu ermöglichen und damit die Versorgung zu sichern.

In Deutschland stellte TenneT im Februar den Vorschlagskorridor für die ca. 700 km lange Gleichstromverbindung SuedLink vor. Neben SuedLink plant TenneT auch die knapp 600 Kilometer lange Gleichstromverbindung SuedOstLink; beide Verbindungen sollen als Erdkabelverbindungen unterirdisch verlaufen. SuedLink und SuedOstLink sollen ab ca. 2025 große Mengen nachhaltiger Windenergie von Nord- nach Süddeutschland transportieren. Darüber hinaus macht die größte deutsche Wechselstromverbindung Fortschritte: Drei der vier Abschnitte der 230 Kilometer langen Verbindung zwischen Wahle (Niedersachsen) und Mecklar (Hessen) befinden sich im Bau. Die Leitung wird die Übertragungskapazität für Windenergie in der Nord-Süd-Achse erhöhen und die Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Niedersachsen und Nordhessen gewährleisten. Die wichtige Verstärkung der Höchstspannungsleitung über der Elbe zwischen Hamburg (Nord) und Dollern in Niedersachsen wird voraussichtlich zum Jahresende in Betrieb gehen.

„Die Wende […] ist unwiderruflich eingeleitet“

Mit der im Bau befindlichen Gleichstromkabelverbindung NordLink werden der deutsche und norwegische Strommarkt erstmals direkt miteinander verbunden sein. Die Inbetriebnahme dieser 623 Kilometer langen Verbindungsleitung soll 2020 beginnen (vollständige Fertigstellung 2021). Die Seekabelverbindung COBRA zwischen den Niederlanden und Dänemark ist an der Anschlussstelle in Eemshaven “angelandet” und wird noch in diesem Jahr in Betrieb genommen.

Manon van Beek, CEO von TenneT: „Die Wende zu einer nachhaltigen Gesellschaft und zu einem neuen Energiesystem ist unwiderruflich eingeleitet. Dies erfordert nicht nur Investitionen in neue Stromverbindungen an Land und auf See, sondern auch in Innovationen und Digitalisierung. Wir müssen zu einem ganzheitlichen Systemdenken übergehen und auch an Lösungen arbeiten, um die bestehenden Netze höher zu auszulasten. Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, um die gesellschaftlichen Kosten zu begrenzen und gleichzeitig eine sehr hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“

Nachhaltige Betriebsergebnisse

Im ersten Halbjahr 2019 ist der nachhaltige Umsatz von TenneT in Höhe von 2.166 Millionen Euro im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2018 (1,966 Milliarden Euro) um 10,2 Prozent gestiegen. Gründe sind vor allem höhere Erlöse infolge gestiegener Netzkosten und einer wachsenden Anlagenbasis des Unternehmens.

Der Anstieg des EBIT um 12,4 Prozent auf 407 Millionen Euro ist teilweise auf eine in den Niederlanden veränderte regulatorische Behandlung von Kosten, die mit dem Netzbetrieb zusammenhängen, zurückzuführen. Dazu gehören zum Beispiel Kosten für Netzverluste und Regelenergie. Im Vergleich zu 2018 basiert die Vergütung solcher Kosten nicht mehr auf einem festgelegten Budget, sondern diese Kosten stellen einen Durchlaufposten dar, da sie größtenteils nicht von TenneT beeinflusst werden können.

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