INTERREG – ein Programm fördert grenzübergreifende Maßnahmen

Was ist INTERREG?

Laut Wikipedia ist INTERREG eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), welche auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten und benachbarten Nicht-EU-Ländern abzielt. Die Programme sind dabei eingebettet in die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ). Es ist neben dem Ziel „Konvergenz“ und dem Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ eigenständiges Instrument der europäischen Strukturpolitik.

Für mich ist INTERREG aber viel mehr. Mit INTERREG habe ich beruflich „laufen gelernt“ und wir beide haben uns stetig weiterentwickelt.

Das INTERREG A-Programm im deutsch-niederländischen Grenzraum hat eine lange Tradition. Anfang der 90er Jahre startete das INTERREG I-Programm in der Grenzregion mit damals noch bescheidenen Mitteln. In den folgenden Jahren und EU-Strukturfondsperioden entwickelte sich INTERREG immer weiter, sowohl was die Zielsetzungen, thematische Inhalte als auch die finanzielle Ausstattung anbelangt. Leider aber auch hinsichtlich des administrativen und bürokratischen Aufwandes zur Abwicklung des Programms und der Fördermaßnahmen. Aktuell befinden wir uns in der Mitte des INTERREG V-Programms – und bereits Anfang kommenden Jahres dürften die intensiveren Vorbereitungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene für das mögliche Nachfolgeprogramm INTERREG VI-Programm beginnen. Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme, mit der ich INTERREG in den nächsten Monaten einmal aus meiner Sicht näherbringen möchte.

Wie alles anfing – auch für mich

Werfen wir den Blick zurück in die 90er Jahre. Nach dem Vorgängerprogramm „Artikel 10-Programm“ – welches ich im Rahmen eines Praktikums bei der EUREGIO in Gronau evaluieren durfte – startete Anfang der 90er Jahre das INTERREG I A-Programm im deutsch-niederländischen Grenzraum. Damals noch mit einem bescheidenen Finanzvolumen und geringer personeller Ausstattung im INTERREG-Programmmanagement bei den Euregio´s. Aber auch mit Zielsetzungen, die bis heute aktuell sind: Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den benachteiligten Regionen im deutsch-niederländischen Grenzraum und Abbau von grenzüberschreitenden Hemm- und Hindernissen. Anfang 1998 begann dann, nachdem ich auch meine Diplomarbeit über INTERREG geschrieben habe, mein beruflicher Einstieg in das INTERREG-Programm. Damals kam ich als junger Diplom-Geograph zur EUREGIO nach Gronau und übernahm dort den Bereich „Tourismus & Erholung“ im INTERREG II A-Programm der EUREGIO.

Erste Eindrücke

Wow – internationale Zusammenarbeit – INTERREG ist toll –  waren das doch die Eindrücke, die ich in den ersten Monaten meiner Arbeit mit nach Hause nahm. Kannte ich die Niederlande doch bislang nur aus einer eingeschränkten Sichtweise: Als gebürtiger Stadtlohner fuhr ich damals häufig gemeinsam mit meinen Eltern mit dem Auto über die Grenze in Vreden-Gaxel zum Markt nach Winterswijk. Vor dem Rückweg wurde dann immer der dort viel günstigere Kaffee im Auto versteckt. „Mund halten und lieb gucken“, wurde uns daher vor der Grenze stets eingebläut. Oder ich denke an einen der vielen Schüleraustausche des Vredener Gymnasiums mit einer Schule in Eibergen. Übernachtungen in einer holländischen Familie (damals sagten wir noch „Holland“ und nicht „Niederlande“) inklusive. Trotz der kurzen Zeit prägten sich mir ein paar Dinge ein:  Die Niederländer sind ein lustiges und lockeres Volk, haben ganz andere Häuser als wir (vor allem mit sehr steilen und gefährlichen Treppen und großen Fenstern), das Brot ist weicher und die Süßigkeiten süßer. Aber das Pilsje ist gleich lecker.

Aber zurück zur EUREGIO, zu INTERREG in den Anfangsjahren und zur deutsch-niederländischen Zusammenarbeit. Das war nämlich für mich ein Sprung ins kalte Wasser: Kaum ein paar Tage bei der EUREGIO, musste ich alleine den damaligen Arbeitskreis „Tourismus“ leiten. Mit förmlichen Deutschen und mit Niederländern, mit denen man gleich „per Du“ war. Tolle Eindrücke. Und INTERREG-Projekte, die sich damals im Tourismus noch um die klassischen Themen bewegten: Neue (grenzüberschreitende) Routen, Broschüren und der Aufwertung von Museen. Zum Glück mit einer INTERREG-Förderung, bei der das Antrags- und Genehmigungsverfahren für Projektträger noch in kürzester Zeit durchlaufen werden konnte.

Und wie sich dann das INTERREG-Programm entwickelte, dazu demnächst mehr.

 

Über den Autor

Alexander Jaegers, 47 Jahre, ist Geschäftsführer des in Ahaus ansässigen Büros projaegt gmbh und Leiter des Regionalmanagements für die LEADER-Regionen „Baumberge“ und „Bocholter Aa“. Er gründete das Unternehmen Anfang 2016 und war zuvor 18 Jahre lang bei der EUREGIO in Gronau tätig. Wesentliche Geschäftsfelder sind die finanztechnische und administrative Abwicklung von Förderprogrammen und -projekten, so zum Beispiel auch als Partner in INTERREG-Projekten.