Vom 24. bis 28. April findet die Hannover Messe 2017 statt. Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche niederländische Unternehmen und Start-ups vertreten. Heute präsentieren wir Ihnen den vierten und letzten Teil unserer kleinen Serie.

 

Amber Mobility stellt auf der Hannover Messe sein Shared-Car-Konzept vor

Freiheit leben – auch ohne eigenes Auto

 

Zu jeder Zeit und an jedem Ort einen Wagen nutzen, ohne für Autokauf und Betriebskosten zu zahlen – ein Traum für Unternehmen. Das niederländische Start-Up Amber Mobility will ihn nun verwirklichen. Bei seinem Shared-Car-Konzept teilen sich die Kunden eine Flotte Elektroautos. Langfristig plant Amber Mobility, einen eigenen, autonomen Wagen für jedermann zu entwickeln – das erste Auto, das nur für das Teilen konstruiert wird. Amber Mobility aus Eindhoven präsentiert seine innovativen Ideen auf dem niederländischen Start-up & Innovation Square der Hannover Messe.

Steven Nelemans, CEO von Amber Mobility. Foto: Amber Mobility

Mit dem Autobesitz verbinden viele Menschen Freiheit und Flexibilität. Starke Argumente, denen Amber Mobility mit seinem Shared-Car-Konzept aber gerecht werden möchte. „Amber Mobility gibt den Menschen diese Freiheit, ohne sich zum Besitz zu verpflichten“, sagt CEO Steven Nelemans. Hierbei stehe immer garantiert ein Auto zur Verfügung, mit dem jederzeit eine Strecke zurückgelegt werden kann – aber ohne Autobesitzer zu sein.

Corporate Mobility

„Unsere Stadt ist voller Wagen, die 23 von 24 Stunden am Tag nicht gebraucht werden“, so Nelemans. „Man denke nur daran, wie viel Geld hierbei verschwendet wird.“ Die durchschnittlichen Kosten bei einem Autobesitz betragen mindestens 520 Euro im Monat. Beim Shared-Car-Konzept, die die „Corporate Mobility“ ermöglicht, zahlen die Unternehmen für Zufriedenheit, nicht für das Eigentum. Für 33 Euro wöchentlich haben Kunden die Möglichkeit, mit den bereitgestellten Wagen zu starten.

Nicht nur der Geldbeutel wird geschont. Ein durchschnittlicher Wagen wird nur eine Stunde täglich gefahren. „Das macht vom Ökonomischen, aber eben auch Ökologischen her keinen Sinn“, betont Merien ten Houten, Gründer von Amber Mobility. Die heutige Flotte zu wenig genutzter und umweltschädlicher Autos soll durch Wagen ersetzt werden, die intensiv genutzt werden und sauber sind. „Und so helfen wir der Umwelt aus mehreren Gründen: Es werden weniger Autos gebaut, weniger Rohstoffe verwendet und wir reduzieren die Umweltverschmutzung durch den Einsatz von Elektroautos“, erläutert Merien ten Houten, Gründer von Amber Mobility.

Die Idee ist einleuchtend und einnehmend: Die Kunden holen den Wagen an einem Knotenpunkt ab und stellen ihn an einem weiteren wieder ab. Durch Dritte werden die Autos wieder an ihre ursprünglichen Standorte zurückgefahren.

Amber Mobility startet zunächst in den Niederlanden, anschließend soll der Service auf Europa ausgeweitet werden.

Merien ten Houten, Gründer von Amber Mobility. Foto: Amber Mobility

Guaranteed Mobility

Das niederländische Start-Up plant, eine weitere Entwicklungsstufe zu zünden. Mit der „Guaranteed Mobility“ sollen auch Wagen für die Öffentlichkeit bereitgestellt werden. Um diesen Service zu ermöglichen sei aber, so das Unternehmen, ein anderer Wagentyp notwendig. Die Konstruktion des „Amber One“ als Elektrofahrzeug soll den Service perfektionieren. Dazu gehört beispielsweise die Nutzung einer speziellen Hardware und Software. Der Clou: Es soll ein autonomes Fahren und eine Fahrassistenz bieten. „Wir haben die große Vision eines geteilten Amber One-Wagens für die Öffentlichkeit“, sagt Gründer Merien ten Houten.

Der Amber One, der aber nicht käuflich sein wird, soll eine Reichweite von 400 Kilometern haben, 650 Kilogramm wiegen, über eine Höchstgeschwindigkeit von über 150 km/h verfügen und eine Gebrauchsdauer von 1,5 Millionen Kilometern besitzen. Ab 2018 soll das neue Fahrzeug produziert werden und zunächst in Eindhoven verfügbar sein. Anschließend würde der Service in den Nachbarländern der Niederlande angeboten. „Einige Regionen Deutschlands sehen sehr vielversprechend aus“, so der Gründer des 2016 entstandenen Start-Ups, das mittlerweile 16 Mitarbeiter zählt.

Partner willkommen

Außerdem besitze Deutschland eine große und innovative Automobilindustrie, so Merien ten Houten. Amber Mobility sucht hier Partner für Entwicklung und Herstellung von Amber One. Und die könnten tatsächlich gefunden werden, denn die Vision des Start-Ups, für Zufriedenheit statt Autobesitz zu zahlen, ist schlichtweg verlockend.

 

Unsere Serie

Teil 1: Blue Engineering sieht für EMPF-Technologie grenzenlose Möglichkeiten

Teil 2: SenseAnywhere präsentiert innovative Datenlogger auf der Hannover Messe

Teil 3: Solarus Sunpower entwickelt extrem effiziente Solarpaneele

Teil 4: Amber Mobility stellt auf der Hannover Messe sein Shared-Car-Konzept vor

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